Die Galtürer stimmten für Hallenbad: „Ein klarer Auftrag"

Bei der Volksbefragung am Sonntag stimmten 75,8 Prozent für das Projekt zum Erhalt des Bades, die Wahlbeteiligung lag bei 81 Prozent.

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Über die Zukunft des 1969 erbauten Galtürer Hallenbades entschieden 81 Prozent der 650 Wahlberechtigten.
© TVB Paznaun-Ischgl

Von Helmut Wenzel

Galtür – Wenn es um das kommunale Hallenbad geht, ticken die Uhren im Silvrettadorf etwas anders als kürzlich bei der Volksbefragung zum Wörgler Wave: Nicht 27 Prozent wie in Wörgl, sondern 81 Prozent der Wahlberechtigten gaben in Galtür am Sonntag ihre Stimmzettel ab.

Zur Frage, ob Galtür eine Kooperation mit der JufaGruppe eingehen soll, um ein Schließen des Hallenbades zu verhindern, gab es 75,8 Prozent Ja- und 24,2 Prozent Neinstimmen. Wahlberechtigt waren 639 Bewohner. Die Vorgabe, damit das Ergebnis für den Gemeinderat bindend ist, lag bei einer Wahlbeteiligung von 60 Prozent.

„Für unseren Gemeinderat bedeutet dieses eindeutige Ergebnis einen klaren Auftrag“, hob Bürgermeister Toni Mattle hervor. Bei dem Gespräch mit dabei waren Mitglieder der Initiativgruppe „Zukunft Galtür“, die per Petition die Volksbefragung gefordert hatte. Das vorliegende Konzept bzw. die Investitionspläne für Erhalt und Modernisierung des Bades (drei Mio. Euro) sollen zügig umgesetzt werden, sagte Mattle. Am Areal des Sport- und Kulturzentrums soll ein 180-Betten-Hotel entstehen. Der Investor Jufa-Gruppe (Jugend- und Familienhotels mit 50 Standorten in Österreich, Deutschland, Ungarn und Liechtenstein) soll rund zwölf Mio. Euro in das Projekt stecken. Das Hallenbad-Defizit von bis zu 300.000 Euro jährlich werde „mit dem Baurechtzins, Benutzungsentgelten, Synergieeffekten und Bewirtung reduziert“, erläuterte der Bürgermeister.

Die Initiative „Zukunft Galtür“ habe ein wesentliches Ziel erreicht, nämlich die Abhaltung der Volksbefragung, resümierte Sprecherin Sabine Türtscher. Man habe das Großprojekt kritisch gesehen, hinterfragen und wesentliche Details aufgeklärt haben wollen. Es habe auch Unstimmigkeiten und Gerüchte im Dorf gegeben. „Nicht von ungefähr konnten 160 Unterschriften in drei Tagen gesammelt werden.“

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Erst im Zuge der Volksbefragung sei die Bevölkerung informiert und aufgeklärt worden. „Wir sind nicht gegen das Hallenbad- und das Hotelprojekt“, stellte die Initiative klar. Mit der Petition zur Volksbefragung habe man auch keinen Angriff gegen Toni Mattle gestartet. „Wir respektieren das Abstimmungsergebnis, auch wenn wir uns einen etwas anderen Ausgang erwartet haben. Dem Bürgermeister gratulieren wir.“

Letzterer versicherte, künftig werde er die „kritische Gruppe“ stärker in den Diskussions- und Entscheidungsprozess einbinden.


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