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Serfauser Alm könnte wegen Herdenschutzprojekt heuer verwaisen

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Am 19. Juni 2020 trieben die Serfauser Schafbauern ihre Tiere vorzeitig ins Tal. Zuvor hatte der Wolf mehr als 30 Schafe gerissen.
© Wenzel

Serfaus, Pfunds – Den höchsten Blutzoll tirolweit mussten vorige Saison die Schafbauern auf der Serfauser Alpe Komperdell in Kauf nehmen. Nachdem der Wolf oder die Wölfe mehr als 30 Tiere gerissen hatten, 23 gehörten dem Obmann des Schafzuchtvereins, Lois Monz, entschloss man sich am 19. Juni zum vorzeitigen Almabtrieb.

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Am 15. Mai kommen die Schafe wieder auf die Alm. „Aber diesmal werden sie nicht mehr auf Komperdell weiden, sondern am Lader Heuberg“, schilderte der Obmann am Montag. Man sei startklar – rund 500 Tiere würden in ein Grenzgebiet zwischen Pfunds/Lafairs und Serfaus getrieben. Ein Hirte werde die Herde beaufsichtigen. Schon voriges Jahr sei diese Alm sporadisch beweidet worden, ein Wolf sei dort nicht aufgetaucht.

„Am Lader Heuberg findet in Zusammenarbeit mit dem Land eines von drei Herdenschutzproiekten im Bezirk statt“, weiß Bauernobmann Elmar Monz. „Dort werden auch Zäune aufgestellt.“ Dass damit die traditionsreiche Alpe Komperdell verwaist bleibt, sei ein Problem, das in Zusammenhang mit dem Herdenschutzprojekt gelöst werden müsse.

Der Serfauser Bürgermeister Paul Greiter zeigt Nachteile einer verwaisten Alm auf: „Es drohen Verbuschung und Erosion.“ Serfaus strebe „auf jeden Fall eine Beweidung in dieser Saison an“.

Wo bleibt der Wolf, der voriges Jahr die Serfauser Schafe gerissen hat? – Im Moment habe er keine Hinweise, dass ein oder mehrere Beutegreifer dort wieder aktiv sind, sagte gestern Bezirksjägermeister Hermann Siess. „Wir haben aber festgestellt, dass uns einiges an Rehwild fehlt.“ Andererseits habe es im Umfeld der Futterkrippen kein auffälliges Verhalten der Wildtiere gegeben


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