Arbeitslosigkeit in Österreich sinkt langsam, weiter Diskussion über Kurzarbeit

Diese Woche waren 356.216 Menschen beim Arbeitsmarktservice arbeitslos gemeldet, das sind rund 3000 Personen weniger als in der Vorwoche. Über die Fortführung der Kurzarbeit wird noch diskutiert.

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Arbeitsminister Martin Kocher (r.) und der Leiter des WIFO, Christoph Badelt.
© ROBERT JAEGER

Wien – Auch diese Woche ist die Arbeitslosigkeit wieder zurückgegangen, aber nur um rund 3000 Personen. Damit waren 356.216 Menschen beim Arbeitsmarktservice arbeitslos gemeldet. In Schulungen befanden sich 77.380 Menschen, um 30 mehr als vor einer Woche, teilte das Arbeitsministerium am Dienstag mit. Da derzeit die Anmeldungen für April noch laufen, sei keine seriöse Prognose über die Kurzarbeit möglich. Jedenfalls aber gebe es schon intensive Diskussion über deren Fortführung.

So wichtig die Kurzarbeit während des Lockdowns und der Schließung ganzer Branchen auch war, würde eine Fortführung der aktuellen Form der Kurzarbeit nun bei der schrittweisen Öffnung der Wirtschaft die Konjunktur eher hemmen. Denn die großzügigen Regeln für die Kurzarbeit könnten auch zu Ineffizienzen am Arbeitsmarkt führen. Zugleich müssten aber in einzelnen Wirtschaftsbereichen die Unternehmen auch noch weiter mit Kurzarbeit unterstützt werden.

📽️ Video | Statement von Arbeitsminister Martin Kocher

Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) berät sich zur Fortsetzung der Kurzarbeit ab Juli mit Sozialpartnern und Industriellenvereinigung. Dabei geht es um die Kostenbeteiligung für Unternehmen, Mindestarbeitszeiten von unterstützten Arbeitnehmern, Weiterbildung und die Frage, wer überhaupt noch Kurzarbeit braucht. Heute soll es um einen groben Fahrplan gehen, im Mai soll ein Folgekonzept präsentiert werden, um Beschäftigten und Betrieben Planungssicherheit zu geben.

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Kocher für schrittweisen Ausstieg aus Kurzarbeit

Kocher hebt hervor, "ein schrittweiser Ausstieg aus der derzeitigen Form der Kurzarbeit ist sinnvoll, um die Dynamik am Arbeitsmarkt anzukurbeln". Wifo-Chef Christoph Badelt verweist auf eine Studie seines Hauses, wonach "Kurzarbeitsregelungen in Österreich, besonders in Hinblick auf die Übernahme der betrieblichen Kosten, vergleichsweise großzügig sind".

Für IHS-Experten Helmut Hofer sollen die Zugangsmöglichkeiten zur Kurzarbeit "auf Unternehmen mit längerfristigen coronabedingten Umsatzverlusten beschränkt werden, um strukturkonservierende Effekte der Kurzarbeit zu dämpfen. Zur Verbesserung der Arbeitsanreize wäre eine Beteiligung der Unternehmen an den Kosten der Kurzarbeit sinnvoll", sagt er. Und auch Wolfgang Alteneder von der Synthesis Forschung, wünscht sich "Reformen in Richtung einer höheren Eigenleistung der antragstellenden Unternehmen", um zu verhindern, dass Strukturanpassungen blockiert werden. (APA)


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