Anwälte von getötetem Afroamerikaner werfen Polizei „Hinrichtung“ vor

Andrew Brown Junior sei in einer Kleinstadt in North Carolina durch einen Schuss in den Hinterkopf gestorben, zitierten die Anwälte aus einer unabhängigen Autopsie. Insgesamt hätten ihn fünf Schüsse getroffen, während er im Auto saß.

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"Gerechtigkeit für Andrew Brown" fordern diese Demonstranten in North Carolina.
© LOGAN CYRUS

Washington – Die Anwälte der Familie eines vor wenigen Tagen im US-Bundesstaat North Carolina getöteten Afroamerikaners beschuldigen die Polizei, den Mann „hingerichtet“ zu haben. Die Anwälte erklärten am Dienstag, eine unabhängige Autopsie habe ergeben, dass Andrew Brown Junior durch einen Schuss in den Hinterkopf gestorben sei. Insgesamt hätten ihn fünf Schüsse getroffen, während er im Auto saß.

Vier Schüsse trafen demnach seinen Arm, der Schuss in den Hinterkopf sei schließlich tödlich gewesen. Es handele sich um eine regelrechte Hinrichtung, prangerten die Anwälte an. Sie erklärten, Brown habe nicht flüchten, sondern sich lediglich in Sicherheit bringen wollen, weil die Beamten auf ihn geschossen hätten. Er sei unschuldig.

Unbewaffneter Familienvater

Brown war am vergangenen Mittwoch in der Kleinstadt Elizabeth City im Bundesstaat North Carolina erschossen worden. Der Sheriff im Bezirk Pasquotank, Tommy Wooten, hatte erklärt, der Vorfall habe sich ereignet, als Beamte einen Durchsuchungsbefehl ausführten. Zum Hergang der Tat und zum Grund für den Durchsuchungsbefehl machte Wooten keine genauen Angaben.

Nach örtlichen Medienberichten soll der unbewaffnete Familienvater Brown während der Durchsuchung in sein Auto gestiegen sein und habe wegfahren wollen. Daraufhin sei geschossen worden. Der Vorfall wird nun von der zuständigen Behörde des Bundesstaats untersucht. Der Beamte, der die Schüsse abgab, ist nach Angaben der Polizei bis auf Weiteres beurlaubt.

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Der Fall ereignete sich kurz nach dem aufsehenerregenden Schuldspruch gegen den weißen Ex-Polizisten Derek Chauvin im Fall des getöteten Afroamerikaners George Floyd. Die Tötung des unbewaffneten 46-Jährigen vor knapp einem Jahr im Bundesstaat Minnesota hatte in den USA zu Massenprotesten gegen Rassismus und Polizeigewalt geführt. Allein im vergangenen Jahr wurden in den USA laut einer Datenbank der „Washington Post“ 243 Schwarze von der Polizei erschossen. (APA/dpa)


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