Ein gemischtes Doppel übernimmt das Ruder bei Klangspuren Schwaz

Clara Iannotta und Christof Dienz leiten ab 2022 gemeinsam die Schwazer „Klangspuren“ – mit neuen Ansätzen und Ideen.

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Als Komponisten bisher Berufskollegen, leiten Clara Iannotta und Christof Dienz künftig gemeinsam die Geschicke der „Klangspuren“.
© Ackermann

Von Markus Schramek

Schwaz – Halbe-halbe ist als Schlagwort abgedroschen, weil meist folgenlos. Bei den Schwazer „Klangspuren“ wird das Prinzip Chancengleichheit und Arbeitsteilung hingegen in die Tat umgesetzt: Die aus Rom stammende Komponistin und Kuratorin Clara Iannotta und Knoedel-Gründer und Fagottist Christof Dienz leiten das Unterländer Festival für zeitgenössische Musik ab 2022 als Doppelspitze. Beide haben sich gemeinsam um die künstlerische Leitung beworben und die Jury unter Vorsitz von „Klangspuren“-Obmann Thomas Larcher überzeugt.

Der Posten wird vakant,weil sich Ist-Intendant Reinhard Kager nach drei Jahren wieder aus Schwaz verabschiedet. Zuvor zeichnet Kager noch für die heurige Auflage der „Klangspuren“ (10. bis 26. September) verantwortlich. Im Hintergrund werkt schon das neue Führungsgespann Iannotta/Dienz am Programm für den Herbst 2022.

Christof Dienz, den die TT telefonisch erreichte, beschreibt die künftige Ausrichtung der „Klangspuren“ mit drei Attributen: „Neu, spannend, jung.“ Das musikalische Spektrum wird breiter, von Neuer Musik bis zu Jazz, Pop und elektronischem Club-Sound. Genregrenzen werden aufgelöst. Dienz bietet Musikern, „die noch keinen Namen haben, es aber verdienen, gehört zu werden“, eine Bühne.

Partnerschaftlich ist der Gesamtansatz der neuen Intendanz. „Es war höchste Zeit für eine Frau an der Spitze der ,Klangspuren‘“, befindet Dienz. „Clara und ich werden gemeinsam entscheiden und als Führungsduo nach außen in Erscheinung treten.“

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Iannotta, die in Berlin lebt und seit 2013 die „Bludenzer Tage zeitgemäßer Musik“ (BTzM) verantwortet, ist nach den Worten von Dienz „eine international bestens vernetzte Expertin für Neue Musik“. Seine eigenen Stärken sieht der in Innsbruck wohnhafte Musiker in der Anbindung zur Populärmusik und zur Region. Dienz: „Zusammen sind wir breit aufgestellt, eine Einzelperson könnte das nur schwer schaffen.“

Beide künftigen Chefitäten waren schon als Künstler bei den „Klangspuren“ vertreten. Dienz gastierte erstmals in den 90er-Jahren in Schwaz. Damals, in der Gründungsphase, wurde das Festival von Thomas Larcher geleitet, der vor einigen Monaten als Obmann zurückkehrte. Musik von Clara Iannotta war zuletzt im Vorjahr bei den „Klangspuren“ zu erleben: die Auftragsarbeit „a stir among the stars, a making way“ mit dem Klangforum Wien.

Dass die neue Führungscrew weiterhin auch selbst Musik zu den „Klangspuren“ beisteuert, „ist nicht vorrangig, aber durchaus möglich“, sagt Dienz. Eine Gage würden die Neo-Intendanten für eigene Kompositionen aber nicht erhalten.


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