Land Tirol pumpt 7,6 Millionen Euro in Initiativen gegen Corona-Folgen

7,6 Millionen Euro werden in den Tiroler Wirtschafts- und Arbeitsmarktstandort gesteckt, Tourismus bleibt „Sorgenkind“.

  • Artikel
  • Diskussion
Ab 19. Mai sollen Lokale im ganzen Land wieder aufsperren dürfen. Tourismus und Gastronomie gelten als „Sorgenkinder“.
© APA/Spiess

Von Verena Langegger

Innsbruck – „Vorsichtig optimistisch“ zeigt sich Tirols Landeshauptmann Günther Platter (VP) mit Blick auf die Auswirkungen der geplanten Öffnungsschritte in Gastronomie, Kultur und Tourismus auf den Tiroler Arbeitsmarkt. Während in der Bauwirtschaft und Industrie trotz Pandemie eine „solide Lage“ feststellbar sei, bleibe der Tourismus das Sorgenkind, sagt Platter. 86 Prozent der Betriebe sehen sich derzeit in einer schlechten wirtschaftlichen Lage. Platter fordert aber auch eine „Regelung für die Gäste“, also eine einheitliche Quarantäneregelung. „Das muss in Europa geregelt werden“, sagt Platter, er führe jedoch auch Gespräche.

Zur Überwindung der Corona-Auswirkungen auf Wirtschaftsstandort und Arbeitsmarkt stellt das Land nun 7,6 Millionen Euro bereit. Die Finanzierung der Sofortmaßnahmen erfolge aus dem Gesamtvolumen der vom Landtag genehmigten Konjunkturoffensiven 2020/2021, erklärt Platter. „Die aktuelle Krise beeinträchtigt die Gesellschaft und Wirtschaft gleichermaßen“, sagt Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne). Menschen und Unternehmen müssten unterstützt werden, um die Krise nachhaltig zu überwinden, wieder in Beschäftigung zu kommen und sich weiterzuentwickeln.

Geld fließt in mehrere Maßnahmen

Konkret wird in mehrere Maßnahmen investiert. So werde etwa die Internationalisierungsförderung (1 Mio. Euro) erweitert. Gefördert werden sollen Projekte, die sich der Aufnahme internationaler Geschäftsbeziehungen und der Erschließung neuer Märkte widmen. Die Förderung soll auch auf kleine und mittlere Betriebe der Tourismusbranche ausgeweitet werden, zudem könnten Kosten im Bereich von digitalen Medien künftig gefördert werden, sagt Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (VP).

Geld gibt es vom Land auch für „Digital-Lotsen“ (500.000 Euro) und das GründerInnenpaket (500.000 Euro). IT-Experten sollen auf Wunsch in Unternehmen digitale Maßnahmen umsetzen, so Zoller-Frischauf. Auch innovative Gründungen sollen finanziell unterstützt werden. Pflege- und Insolvenzstiftung sollen mit 650.000 Euro bzw. 2,5 Mio. Euro ebenfalls neu aufgestellt werden. Die Begabtenförderung für Lehrlinge (140.000 Euro) wird ausgeweitet, die Koordinationsarbeit der amg-tirol (250.000 Euro) wird mit der Arbeitsmarktstrategie 2013 gestärkt (Strategie des Europäischen Sozialfonds 1,9 Mio. Euro).

TT-ePaper gratis lesen und ein E-Bike gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen. Der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

ÖGB-Vorsitzender Philip Wohlgemuth begrüßte das präsentierte Paket, erneuerte aber zudem seine Forderung nach einem dritten Konjunkturpaket.


Kommentieren


Schlagworte