Wave schlägt weiter hohe Wellen: Appelle vor dem Aus

In der Causa Wörgler Wave hofft die schwarz-grüne Koalition auf den letzten Metern noch auf ein Einlenken. Die Sportsprecher der Regierungsparteien bringen einen Dringlichkeitsantrag im Landtag ein – und sehen Bürgermeisterin Hedi Wechner in der Verantwortung, „endlich in den Dialog zu treten".

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Das Wörgler Erlebnisbad Wave wird mit Ende August geschlossen.
© Hrdina

Innsbruck, Wörgl – Heute Abend dürfte das Aus für das Erlebnisbad im Wörgler Gemeinderat beschlossen werden. Die Sitzung wird auf Youtube/Wörgl ab 18 Uhr im Internet übertragen. Da der Liste Wechner und den Freiheitlichen die Beteiligung bei der Volksbefragung zu gering war und die Sanierungskosten zu hoch, dürften die beiden Gruppierungen durch ihre Mehrheit dem Bad das Licht abdrehen.

Trotz teils heftiger Proteste aus der Bevölkerung und den Vereinen. Im Vorfeld war die Rede von einer Beteiligung von Land und Gemeinden des Bezirks an einer Lösung gewesen. Daher mehren sich die Appelle, den Beschluss zu verschieben. So auch durch den Angather Bürgermeister Josef Haaser, der an „die Bürgermeisterkonferenz Mitte Mai“ erinnert.

Schwarz-Grün bringt Dringlichkeitsantrag im Landtag ein

Auf Landesebene hat sich nun auch die schwarz-grüne Koalition eingeschalten – ein Dringlichkeitsantrag im Landtag soll ein letzter Rettungsanker für die Schwimmflächen in Wörgl sein. Der Druck auf Bürgermeisterin Hedi Wechner wächst.

Die Sportsprecher von ÖVP und Grünen, Dominik Mainusch und Michael Mingler, bemängeln vor allem die fehlende Gesprächsbereitschaft der Ortschefin. „Mehrmals hat sie für Verunsicherung gesorgt und die Unterstützung durch das Land Tirol in Frage gestellt", heißt es am Mittwoch in einer Aussendung. Auch verweigere sie den Dialog mit anderen Gemeinden, die sich bereit erklären, an einer (finanziellen) Lösung mitzuwirken. „Die Wörgler Bürgermeisterin kann und darf sich nicht aus ihrer regionalen Verantwortung stehlen", so der gemeinsame Tenor.

„Abrisskommando Wechner stoppen"

Im Antragstext wird auf die „Notwendigkeit von ausreichend öffentlichen ganzjährig nutzbaren Wasserflächen in Tirol“ eingegangen, „die ersatzlose Schließung der Wörgler Wasserwelt abgelehnt“ und „die Wichtigkeit eines Regionalbades im Tiroler Unterland“ betont. Die beiden Sportsprecher fordern die Landesregierung, Bürgermeisterin Wechner sowie die weiteren relevanten Gemeinden auf, in Gespräche zu treten mit dem Ziel „eines finanziell breit getragenen Regionalbades mit guter öffentlicher Anbindung entweder am Standort Wörgl oder an einem geeigneten Alternativstandort“.

Mit dem Dringlichkeitsantrag stelle man sich „ausdrücklich hinter das Wave", betonten die beiden Sportsprecher und verweisen auf „aufrechte Förderzusagen" für die Sanierung. Der Ball liege nun also in Wörgl. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um das ‚Abrisskommando Wechner mit freiheitlicher Beteiligung‘ zu stoppen und am Verhandlungstisch konstruktiv eine Lösung zu erarbeiten.“

Auch der Wörgler VP-GR Michael Riedhart ruft dazu auf, sich „Land und die Umlandgemeinden zu Verbündeten zu machen“. Er sei überzeugt, dass Sanierung und Attraktivierung des Wave wirtschaftlich die bessere Variante sei als Abriss und Neubau eines Freibades. Riedhart: „Wenn Wechner und die FPÖ heute das Ende besiegeln, dann wird die gesamte Region auf Jahre hinaus ohne Sport-Hallenbad dastehen. Einen solchen Schritt zu setzen und sich parallel dazu allen konstruktiven Gesprächsangeboten zu verweigern, ist unverantwortlich und fahrlässig“. (TT.com)


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