Kocher bei MCI-Livetalk: Arbeitsminister sieht Wirtschaft im Umbruch

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Arbeitsminister Martin Kocher (rechts) war Gast beim virtuellen Gespräch mit MCI-Rektor Andreas Altmann.
© MCI

Innsbruck – Corona-Krise, Fachkräftemangel und Langzeitarbeitslosigkeit in Österreich standen im Zentrum des MCI-Livetalks. Als Arbeitsminister in Zeiten der Corona-Krise sprach der ehemalige IHS-Chef Martin Kocher – der auch am Management Center Innsbruck lehrte – im MCI-Livetalk über Herausforderungen im Bereich Wirtschaft und Arbeit. Die Corona-Krise hat die tiefste Rezension seit dem Zweiten Weltkrieg bewirkt, sagte er. „Noch nie zuvor gab es eine weltweite Wirtschaftskrise, die durch die enorme Belastung des Gesundheitssystems hervorgerufen wurde.“

Doch Martin Kocher blickt positiv in die Zukunft. Denn im Gegensatz zu der Finanzkrise 2008/2009, als öffentliche Gelder verwendet worden seien, um Bilanzlöcher zu stopfen, seien 2020/2021 Kurzarbeit-Gelder verwendet worden, um Einkommen zu stärken. Laut Kocher hat sich der derzeit fehlende Konsum nur aufgestaut und wird nachgeholt werden. Auch die Investitionsprämie sei ein gutes Instrument in der Krise.

Die Zukunft der Wirtschaft werde jedoch anders aussehen als vor Corona, so Kocher. Die Digitalisierung habe sich beschleunigt, Home-Office sei dabei nur ein Beispiel des Strukturwandels. Deshalb ist es für Kocher wichtig, für die Zeit nach der Corona-Krise die Themen Fachkräftemangel und Langzeitarbeitslosigkeit nicht aus den Augen zu verlieren.

Kocher prognostiziert in den nächsten drei bis vier Jahren EU-weit einen regelrechten Wettbewerb um Fachkräfte. Gerade in der Industrie und in der Baubranche werde der Fachkräftemangel enorm sein, meint der Minister. Im Kampf gegen Arbeitslosigkeit setzt Kocher auf verstärkte Qualifizierungsmaßnahmen. (TT)


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