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TT-Kommentar zu Kampf gegen Plastik: Wenn Müll wertvoll ist

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Von Stefan Eckerieder

Mit einer Mehrweg-Quote für Getränkeflaschen im Lebensmittelhandel und einem Verbot von Plastikgeschirr will das Umweltministerium gegen Plastikmüllberge in der freien Natur vorgehen. Außerdem muss auch die EU-Sammelquote für Plastikflaschen von 90 Prozent bis 2029 erreicht werden. Zur Erreichung dieses Ziels soll deshalb zusätzlich ein Pfandsystem für Einwegflaschen eingeführt werden. Bereits vor knapp einem Jahr angekündigt, fehlt allerdings bis heute zu dem in Österreich höchst umstrittenen Thema ein Umsetzungskonzept. Vor allem der Handel und Abfallsammelunternehmen stellen sich quer.

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Die Betriebe befürchten hohe, millionenschwere Investitionskosten für Mehrweg-Automaten, Lagerräume und Umbauarbeiten. Stattdessen sollen bestehende Plastik-Sammelsysteme ausgeweitet werden. Denn in Bundesländern mit Hausabholung des Plastikmülls werde die 90-Prozent-Quote bereits erfüllt.

Allerdings verringern noch so viele Mülltonnen vor Haustüren nicht die jährlich rund 4500 Tonnen Müll, die achtlos in der Natur hinterlassen werden. Den Bergen an zurückgelassenen PET-Flaschen mittels Einwegpfand einen Wert zu geben, ist zumindest ein Anreiz, den Abfall wieder mitzunehmen. Zugleich werden Passanten animiert, gefundene Plastik-Flaschen in den Handel zurückzubringen. Das Einweg-Pfandsystem bewährt sich bereits in zehn EU-Ländern und wird auch in Österreich funktionieren.

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