Für das ÖHB-Team gilt heute in Estland: Siegen oder fliegen!

Österreichs Handball-Herren blüht bei der EM 2022 in Ungarn und der Slowakei die Zuschauerrolle, der Druck vor den entscheidenden Partien heute in Estland und am Sonntag in Graz gegen Bosnien-Herzegowina ist groß.

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Tirols Gerald Zeiner wird heute alles in die Waagschale werfen.
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Tallin – Seit 2010 hat es die österreichische Handball-Nationalmannschaft zu acht Großereignissen geschafft – nun droht dieser beeindruckenden Bilanz, die so in kaum einem anderen Mannschaftssport im Land zu finden ist, allerdings ein Fleck: Denn bei der EM 2022 in Ungarn und der Slowakei blüht Rot-Weiß-Rot die Zuschauerrolle, der Druck vor den entscheidenden Partien heute in Estland (18.30 Uhr) und am Sonntag in Graz gegen Bosnien-Herzegowina (18.00, beide live ORF Sport +) ist groß. Zumindest hat die Truppe von Ales Pajovic das Schicksal in der eigenen Hand.

Die Rechnung ist dabei relativ einfach: Zwei Siege und das Ticket als Zweiter hinter Gruppensieger Deutschland ist fix. Von allen anderen Szenarien würde nur jenes einer Niederlage gegen Estland und eines Sieges gegen Bosnien Chancen offen halten: Dann würde die „kleine Tabelle“ des dann punktegleichen Trios über die Platzierung entscheiden – und es könnte auch Platz drei reichen.

Teamchef Ales Pajovic will sich freilich auf keine Rechenspielchen einlassen. „Der Druck ist hoch. Wir müssen die zwei Spiele gewinnen. Ich erwarte von meinen Jungs in beiden Spielen Kampf und Herz“, sagte der Slowene. Mit dem 21:27 in Bosnien im März vergab man eine bessere Ausgangsposition für den nun folgenden Doppelpack, eine starke Viertelstunde war dabei zu wenig. Dass Aushängeschild Nikola Bilyk wie schon bei der WM im Jänner schmerzlich vermisst wurde, muss dabei nicht extra betont werden.

Für den 23-Jährigen ist es nach seinem Kreuzbandriss im Spätsommer auch diesmal noch zu früh, dazu gesellt sich der Ausfall von Alexander Hermann. Immerhin schaffte Youngster Lukas Hutecek rechtzeitig ein Comeback. Pajovic warnte eindringlich vor den Gegnern, die mit ihren jeweils besten Aufgeboten warten. „Estland hat gegen Bosnien-Herzegowina überrascht. Sie kämpfen bis zur letzten Sekunde.“ Mit Gerald Zeiner wirft sich heute auch ein Handball-Tirol-Akteur in die Schlacht um ein EM-Ticket. (t.w., APA)


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