Entgeltliche Einschaltung

Kündigung von Arbeitnehmern über 50

Das Alter ist nicht selten der Grund für eine Kündigung. Genau das kann aber beispielsweise zur Anfechtbarkeit der Kündigung führen, wie Rechtsanwalt Lucas Tschol erklärt.

Älteren Arbeitnehmern zu kündigen, kann in bestimmten Fällen sozialwidrig sein und deshalb rechtlich angefochten werden.
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In betriebsratspflichtigen Betrieben (mind. fünf Arbeitnehmer) kann eine Kündigung unter anderem als sozialwidrig angefochten werden, wenn diese also wesentliche Interessen des Arbeitnehmers beeinträchtigt und der Gekündigte bereits sechs Monate im Unternehmen beschäftigt ist.

Der Arbeitgeber kann aber den Nachweis erbringen, dass die Kündigung durch Umstände begründet ist, die in der Person des Arbeitnehmers gelegen sind und betriebliche Interessen nachteilig berühren oder, dass betriebliche Erfordernisse der Weiterbeschäftigung entgegenstehen. Das Gericht muss dann eine Interessensabwägung vornehmen.

Bei Arbeitnehmern über 50 können Umstände, die ihre Ursache im höheren Alter des Arbeitnehmers haben, nur geltend gemacht werden, wenn durch die Weiterbeschäftigung betriebliche Interessen erheblich nachteilig berührt werden. Eine langjährige Beschäftigung und die wegen des höheren Lebensalters zu erwartenden Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt sind besonders zu berücksichtigen. Diese Bestimmung gilt aber nicht für Arbeitnehmer, die nach dem 30. Juni 2017 eingestellt wurden und zu diesem Zeitpunkt schon über 50 Jahre alt waren. Nach der neuesten Rechtsprechung ist zwar auch in diesem Fall das Alter ein Kriterium, wird aber nun nicht mehr im Besonderen berücksichtigt.

In nicht betriebsratspflichtigen Betrieben kann der Arbeitnehmer eine Kündigung zwar nicht wegen Sozialwidrigkeit, aber beispielsweise wegen Sittenwidrigkeit bekämpfen, wenn also die Kündigung aus gänzlich unsachlichen Gründen erfolgt. Diese Möglichkeit steht auch Arbeitnehmern in betriebsratspflichtigen Betrieben offen.

Kontakt:

RA Dr. Lucas Tschol

office@ra-tschol.at

www.kanzleistoeger.at


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