Wörgler Gemeinderat drehte dem Wave endgültig das Wasser ab

In der Causa Wörgler Wave hoffte die schwarz-grüne Koalition auf den letzten Metern noch auf ein Einlenken. Stimmen der Liste Wechner und der Freiheitlichen machte diese Hoffnungen im Gemeinderat zunichte.

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In die Sanierung des Wellenbeckens wurde noch Geld gesteckt, aber weder das noch die Appelle einer Initiative konnten das Wave retten.
© Hrdina

Von Wolfgang Otter

Wörgl – Alle Proteste, die 70-Prozent-Mehrheit bei der Volksbefragung und ein dringlicher Grünen-Antrag auf Verschiebung der Abstimmung waren umsonst: Der Wörgler Gemeinderat drehte bei seiner Sitzung am Donnerstagabend mit den Stimmen der Liste Wechner und der Freiheitlichen dem baulich maroden Wave das Wasser ab. Die letzte Welle soll spätestens am 31. August rollen, das Grundstück danach verwertet werden.

Das Wave wird die Wörgler aber noch lange beschäftigen. Der Gemeinderat hat dem Stadtrat die Option erteilt, noch einmal bis zu 2 Mio. Euro ins Bad zu pumpen, um eine Insolvenz zu vermeiden und den Abriss zu finanzieren. Außerdem muss ein Kredit von 9 Mio. Euro zurückgezahlt werden. Und dann soll es eines Tages ein neues Schwimmbad geben. Das dürfte ebenfalls einen zweistelligen Millionenbetrag benötigen.

Die Diskussion über die Schließung wurde mit bekannten Argumenten geführt. Die Grünen konnten nicht nachvollziehen, dass noch im Vorjahr Geld in Sanierungen gesteckt wurde "und man nicht Partner sucht", wie GR Catarina Becherstorfer meinte. VP-GR Michael Riedhart warf die Volksbefragung in die Waagschale und meinte, "es gibt keinen Plan B, keinen Ersatz für das Wave, es ist der Todesstoß für den Schwimmsport". Er erinnerte an die Gesprächsbereitschaft des Landes. Wechner bezeichnete die Wortmeldung als "Michis Märchenstunde".

"Das Land hat nie die Absicht gehabt, uns zu unterstützen", und es sei auch von den Nachbargemeinden nichts zu erwarten gewesen. "Ich kann den Wörglern nicht zumuten, dass sie bis 2040 für ein Regionalbad bezahlen." Für GR Gabi Madersbacher (Liste Wechner) müsse man die Reißleine ziehen, "sonst fahren wir Wörgl finanziell an die Wand".

Stadtrat Emil Dander (Liste Wechner) verwies zudem auf den Plan bezüglich des Sportbades in Langkampfen, der sehr weit "gediehen sei", FWL-Vizebürgermeister Mario Wiechenthaler bezeichnet auch die Landtagsinitiative der Grünen und VP als "politische Schmierenkomödie", da diese sechs Monate davor einen FPÖ-Antrag zugunsten der Wörgler abgelehnt hatten.

FPÖ-Landesobmann Markus Abwerzger wirft der Landesregierung vor, Wörgl im Stich gelassen zu haben, und fordert den Bau eines regionalen Hallenbades.


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