Regierung schickt nach Protesten in Kolumbien Militär auf die Straßen

In Kolumbien kommt es seit Tagen zu teilweise gewalttätigen Protesten gegen eine geplante Steuerreform. In mehreren Städten steckten Demonstranten Busse in Brand und plünderten Geschäfte.

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People a protest against a tax reform bill near riot police outside Colombian President Ivan Duque's house in Bogota on May 1, 2021. - Thousands of people demonstrated Saturday for the fourth consecutive day in Colombia to demand the withdrawal of a tax reform that, they claim, punishes the middle class in the midst of the pandemic. (Photo by Juan BARRETO / AFP)
© JUAN BARRETO

Bogota – Nach tagelangen Protesten gegen eine umstrittene Steuerreform schickt die kolumbianische Regierung zur Unterstützung der Polizei nun Soldaten auf die Straßen. „Wir werden die Zerstörung öffentlichen und privaten Eigentums und die Botschaften des Hasses in unserem Land nicht zulassen“, sagte Präsident Iván Duque in einer Ansprache in der Nacht auf Sonntag (Ortszeit).

Duque setzte die in der Verfassung des früheren Bürgerkriegslandes Landes verankerte „militärische Assistenz“ in Kraft, nach der Militärs zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung die Polizei unterstützen können.

In dem südamerikanischen Land kommt es seit Tagen zu teilweise gewalttätigen Protesten gegen eine geplante Steuerreform. In mehreren Städten steckten Demonstranten Busse in Brand und plünderten Geschäfte. Es gab zahlreiche Verletzte und offenbar auch Tote.

Die Regierung will unter anderem die steuerlichen Freibeträge senken, die Einkommenssteuer für bestimmte Gruppen erhöhen und die Befreiung von der Mehrwertsteuer für eine Reihe von Waren und Dienstleistungen abschaffen. Damit sollen die von der Corona-Krise verursachten Defizite im Staatshaushalt ausgeglichen werden. (dpa)


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