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TT-Analyse zur Familienpolitik: Zu viel versprochen, zu wenig unterstützt

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Liane Pircher

Analyse

Von Liane Pircher

Alle wissen es: Corona hat viele systemrelevante Berufe, allen voran die Pflege, an ihr Limit gebracht. Anfangs zumindest noch dankend beklatscht (wenn auch nicht besser entlohnt), hat sich für die Betroffenen wenig geändert. Ähnlich ergeht es in Österreich den Familien mit Kindern. Jüngst wurden diese bei der Präsentation des neuen Familienberichts von Familienministerin Susanne Raab (ÖVP) zwar „als Fundament für ein lebenswertes Österreich“ verbal beklatscht, damit war es das aber auch schon. Wie es Familien gerade jetzt, in Zeiten der Pandemie, geht, will keiner so genau wissen. Nicht nur Ministerin Raab müsste sehen, dass das Fundament einige Risse bekommen hat. Eine Forschung der Universität Wien im Zusammenhang mit dem Familienbericht zeigt, dass sich sehr viele Eltern in der Pandemie unverstanden und im Stich gelassen fühlen. Viele Eltern haben das Gefühl, für die Politik völlig unsichtbar zu sein, nicht wahrgenommen in dem, was sie täglich leisten.

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Fakt ist, dass sehr viel über die Wirtschaft gesprochen wird, aber zu wenig über die Situation von Familien. Langsam sickert zwar durch, dass es Anzeichen für die Verstärkung sozialer Ungleichheit, Bildungslücken und eine Überlastung gibt – eine breite Diskussion darüber, an welchen Hebeln künftig stärker gedreht werden muss, aber fehlt. Bleiben Familien im Schatten, stehen die Lebenschancen vieler Kinder und Jugendlicher auf dem Spiel. Das türkise Prestigeobjekt Familienbonus als ewig gelobtes Mantra ist in der neuen Situation zu wenig. Ein großes Augenmerk sollte schleunigst a) auf die Bildung und b) auf neue Kriterien in der Familien-, und Sozialpolitik gelegt werden, die vor allem Familien mit wenig Einkommen hilft. Insgesamt brauchen alle Eltern erkennbare Konzepte und Unterstützung. Kinder zu haben, mag Privatsache sein, für die Strukturen zu einem familienfreundlichen Staat ist aber die Politik verantwortlich. Sie sollte nicht nur der Wirtschaft dienen. Schließlich geht es ums Fundament, wie es so schön heißt.


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