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Medien-Historiker zur Pressefreiheit: „Qualität ist kein Eingriff in den Inhalt“

Kommunikationswissenschafter Fritz Hausjell spricht im Interview über die „nicht unabsichtliche Medienwirtschaftspolitik“ von Türkis-Grün in Österreich.

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Univ.-Prof. Fritz Hausjell (Medien-Historiker): „Es braucht eine Grenzziehung für den Fall, wenn offen Druck auf Journalisten ausgeübt wird.“

Seit Mitte der 1990er-Jahre wird der 3. Mai als „Tag der Pressefreiheit“ begangen. Der Grund hierfür ist klar: Das Augenmerk soll auf die Bedeutung von freier Berichterstattung zur Sicherung und Absicherung der Demokratie gelenkt werden. Heute erkennen wir in Teilen der EU, vor allem mit Blick auf die östlichen Nachbarländer, eine Einschränkung der Pressefreiheit. Aber auch in den so genannten alten EU-Ländern erschüttern uns Berichte über Journalisten-Morde. Erleben wir gerade mit Blick auf die Pressefreiheit den Wandel hin zu einer autoritären Gesellschaftsordnung?

Fritz Hausjell: In einigen Ländern muss man das bejahen, wenn wir uns etwa die Befunde in Ungarn oder in Polen anschauen. Aber man sollte sich das Hinschauen im eigenen Land nicht ersparen. Natürlich haben wir eine funktionierende Demokratie. Aber erlauben Sie mir einen Blick zurück. Der Verlust von Pressefreiheit kann schlagartig, er kann aber auch schleichend erfolgen. 1933/34 ging die Pressefreiheit durch Verordnungen Stück für Stück verlustig. März 1938 wurde die Pressefreiheit vernichtet.

Dann bleiben wir bei der Gegenwart. Im jüngst veröffentlichten Ranking zur Pressefreiheit erzielte Österreich den schlechtesten Wert aller Zeiten. Wie soll man diesen Befund lesen?


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