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Das Coming-out hat viele Gesichter: Sechs Geschichten aus Tirol

Homosexuelle Liebe ist in Tirol selten Teil der öffentlichen Wahrnehmung. Der Vatikan hat gleichgeschlechtlichen Paaren den Segen versagt. Wie geht ein Coming-out in diesen Zeiten? Was passiert, wenn Menschen sich klar zu einem nicht heterosexuellen Leben bekennen?

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HOSI-Obmann Markus Möller auf dem frisch gemalten Schutzweg am Ende der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße.
© Foto Rudy De Moor

Von Andrea Wieser

Zwei Männer küssen sich am Innsbrucker Bahnhof, ein Passant ruft: „Die gehören ja gesteinigt.“ Eine Szene, die sich so im Jahr 2021 abgespielt hat. Der Hass auf Homosexuelle ist längst nicht passé. Die Situation beobachtet hat Markus Möller, der Obmann der HOSI (Homosexuelle Initiative) Innsbruck. Er war dabei, als sich seine Freunde nach langer Trennung wegen Corona wiedersahen. Das reichte für einen Mann in der Nähe aus, um ihnen mit Steinigung zu drohen. „Blicke sind wir sowieso gewohnt, aber leider kommen nach wie vor auch massive Anfeindungen vor.“

Derzeit wird wieder viel über Homosexualität gesprochen. Der Vatikan hatte sich im März wiederholt gegen Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren ausgesprochen. Das führte zu Debatten außerhalb und innerhalb der Kirche. Und zu einer Atmosphäre, die das Ausleben der eigenen sexuellen Orientierung und ein damit verbundenes authentisches Lebensgefühl nach wie vor schwermachen.

Darüber hinaus ist ein Coming-out, also jener Moment, ab dem Betroffene offen über ihre sexuelle Orientierung sprechen, sowieso ein langer Prozess. Wie es tatsächlich erlebt wird, ist so individuell wie die Menschen selbst und ihr Umfeld, in dem sie aufwachsen.


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