App-Store-Gerichtsverfahren zwischen Apple und Epic Games gestartet

In einem Prozess zwischen Apple und der „Fortnite“-Firma Epic Games geht es darum, wie Apps auf dem iPhone verkauft werden können. Die Richterin in Kalifornien muss sich dafür durch komplexe Wettbewerbsfragen durcharbeiten.

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Der Streit zwischen Apple und dem „Fortnite"-Entwickler Epic Games entbrannte im August.
© CHRIS DELMAS

Oakland (Kalifornien)/Cupertino – Am Montag hat in Kalifornien ein Gerichtsverfahren begonnen, das das App-Geschäft auf dem iPhone verändern könnte. Vor Gericht treffen sich Apple und der „Fortnite"-Entwickler Epic Games. Epic will einen eigenen App Store auf dem iPhone betreiben und Apple keine Abgabe für Einnahmen aus dem Verkauf digitaler Artikel zahlen. Apple will dagegen, dass Anwendungen weiterhin nur über den App Store des Konzerns geladen werden können.

Das sei unter anderem notwendig, um die Nutzer vor Betrug und Software-Fehlern zu schützen, argumentiert Apple. Epic warf Apple in seiner Klage unfairen Wettbewerb vor – mit der Begründung, dass Apple ein Monopol auf dem App-Vertrieb auf dem iPhone habe. Apple kontert, dass man das iPhone nicht als eigenständigen Markt betrachten könne, sondern das Spielegeschäft auf verschiedenen Plattformen betrachten müsse.

Wessen Argumentation Richterin Yvonne Gonzalez Rogers in dieser Frage folgt, könnte ein entscheidender Faktor für den Ausgang des Verfahrens werden. Zugleich ist davon auszugehen, dass die unterlegene Partei in Berufung geht.

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App Store als Teil der iPhone-Nutzung?

Eine weitere Frage auf dem Weg zur Entscheidung in dem Verfahren ist, ob der App Store als Teil der iPhone-Nutzung zu betrachten ist, wie Apple argumentiert. Der iPhone-Konzern verweist unter anderem darauf, dass man bei einem zentralisierten App Store die Möglichkeit habe, alle Anwendungen zu prüfen. Epic entgegnet, die App-Plattform müsse als ein separates Produkt gesehen werden. Schließlich lasse Apple auf seinen Mac-Computern seit jeher auch das Laden von Software aus anderen Quellen als dem hauseigenen App Store zu. Apple verweist darauf, die Sicherheitsanforderungen beim Smartphone seien höher.

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Der auf rund drei Wochen angesetzte Prozess begann mit dem Eröffnungsplädoyer der Epic-Anwältin Katherine Forrest. Sie bekräftigte den Vorwurf, dass Apple ein geschlossenes System rund um das iPhone aufgebaut habe, um Nutzer vom Wechsel auf Android-Telefone abzuhalten. Apple-Anwältin Karen Dunn konterte, Epic verlange, dass der iPhone-Konzern unsichere und ungeprüfte Apps auf die Plattform lasse.

30 Prozent von In-App-Käufen gehen an Apple

Der Streit entbrannte im August, nachdem sich Epic nicht mehr an die seit mehr als einem Jahrzehnt geltende Vorgabe halten wollte, dass virtuelle Artikel in seinem populären Spiel „Fortnite" auf iPhones nur über das System der In-App-Käufe von Apple angeboten werden können. Dabei behält Apple 30 Prozent des Kaufpreises ein.

Epic-Anwältin Forrest verglich Apple deswegen mit einem Autobauer, der jedes Mal 30 Prozent vom Preis beim Auftanken haben wolle. Apple-Anwältin Dunn erwiderte ihrerseits mit einem bildhaften Vergleich: Bei der Frage nach der Markt-Eingrenzung verhalte sich Epic wie ein Weinproduzent, der eine Wettbewerbsklage anstrenge, aber dabei den Weinhandel ausklammere.

Dunn verwies unter anderem darauf, dass „Fortnite"-Spieler digitale Inhalte oder die Spiel-Währung „V-Bucks" auch auf beliebigen anderen Plattformen kaufen und auf dem iPhone nutzen könnten – ohne dass dabei etwas an Apple abfiele. Zugleich habe „Fortnite" Epic allein auf dem iPhone mehr als 750 Millionen Dollar eingebracht – obwohl es nicht die wichtigste Plattform für das Spiel sei.

Epic-Chef Tim Sweeniey erklärte als erster Zeuge, dass es seine Entscheidung als Konzernlenker gewesen sei, den Streit mit Apple loszutreten.

Epic-Chef Tim Sweeniey.
© JUSTIN SULLIVAN

Parallelen zu Ermittlungen der EU-Kommission

Das Verfahren birgt Parallelen zu den Ermittlungen der EU-Kommission, die Apple vergangene Woche unfairen Wettbewerb im App Store vorwarf. Apple benachteilige andere Anbieter von Musikstreaming-Apps, erklärte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Die Brüsseler Behörde sieht unter anderem ein Problem in der Regel, dass die Verkäufe von Abos in den Apps über Apples Bezahlplattform abgewickelt werden müssen. Dabei behält der Konzern 30 oder 15 Prozent der Einnahmen ein. Spotify findet es unfair, dass für Apple bei seinem Konkurrenz-Musikdienst wegen dieser App-Store-Abgabe beim gleichen Abo-Preis mehr Geld übrig bleibe.

Auch im Brüsseler Fall argumentierte Apple, dass Nutzer die Abos auch ohne die Abgabe auf Spotifys Website erwerben und auf dem iPhone nutzen könnten. Die Kommission betrachtet – genauso wie Epic – das iPhone als eigenständigen Markt für den App-Vertrieb. (APA/dpa)


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