Braunbär als ungebetener Gast auf Südtiroler Bauernhof

Jener Bär, der in der Nacht zum Montag auf einem Bauernhof in Marling mehrere Ziegen gerissen hat, kehrte am Dienstag an den Tatort zurück. Alle Versuche, ihn zu vertreiben, sind bisher gescheitert.

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Der Flatscherhof oberhalb von Marling: Hier wütete der Bär am Sonntagabend. Seither hält sich das Raubtier in der Nähe auf. In der Nacht zum Dienstag wurde der ungebetene Gast erneut gesehen und gefilmt.
© Dolomiten

Marling – Ein Braunbär, der direkt neben einem Bauernhaus Tiere reißt, sorgt derzeit bei vielen Menschen in Südtirol für ein ungutes Gefühl. Passiert ist der nicht alltägliche Vorfall am Flatscherhof oberhalb von Marling. Ein Braunbär drang in ein Gehege ein, in dem Peter Raich an die 40 Stück Vieh hielt, und richtete ein regelrechtes Blutbad an. Das Raubtier riss sieben Ziegen, ein Schaf und einen Zuchtbock.

Seit Tagen hält sich dieser Braunbär im Wald oberhalb des Flatscherhofs auf.
© Peter Raich

Der Bär ließ sich vorerst nicht verscheuchen, erzählte Landwirt Peter Raich den Dolomiten, auch lautes Schreien half nicht: „Erst als ich ihn mit Steinen bewarf, ließ er von den Tieren ab und ging Richtung Wald.“ Lang hielt er sich dort aber nicht auf. Im Gegenteil, er kehrte wieder zurück. Erst als der inzwischen alarmierte Jagdaufseher mit einem Gewehr mehrmals in die Luft schoss, suchte das Tier das Weite.

Allerdings hält sich der gefährliche Räuber nach wie vor in der Nähe des Flatscherhofs auf. Am Montagmorgen wurde er zwischen den Bäumen gesehen und in der Nacht zum Dienstag auf einer Wiese in der Nähe gefilmt. Außerdem zeugen unverkennbare Spuren an Müllcontainern von seiner Anwesenheit.

Die Versuche, den vermutlich aus dem Trentino stammenden Braunbären, der Ende April bereits im Ultental beobachtet und fotografiert wurde, mit einem Käfig zu fangen und anschließend mit einem Sender zu versehen, schlugen gestern fehl, berichtete gestern das Südtiroler Nachrichtenportal stol.it: Offensichtlich funktionierte die zu diesem Zweck aufgestellte Falle nicht. (TT)


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