Schweinemast: Aus für Genfutter im AMA-Siegel

Nur gentechnikfreie und tierwohlgerechte Schweinemast soll künftig das AMA-Gütesiegel erhalten.

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Tierwohlkriterien sollen für das AMA-Siegel wichtiger werden.
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Von Stefan Eckerieder

Wien – Österreich importiert jährlich etwa 500.000 Tonnen Soja aus Südamerika: großteils gentechnisch verändert, auch die Pestizidbelastung meist deutlich höher als bei in Europa angebautem Soja. Grund für diese Importe ist die Schweinemast. Denn während in Österreich Gentechnik aus der Landwirtschaft größtenteils verbannt wurde, darf in der Schweinemast weiterhin gentechnisch verändertes Soja bei der Fütterung zum Einsatz kommen. Das so produzierte Schweinefleisch erhält zudem das AMA-Gütesiegel. Die Regierungsparteien ÖVP und Grüne haben gestern gemeinsam einen Antrag zur Weiterentwicklung des AMA-Gütesiegels im Landwirtschaftsausschuss eingebracht. Ziel sei es, künftig GVO-freie Futtermittel einzusetzen und das Tierwohl zu stärken, erklärte Olga Voglauer, Landwirtschaftssprecherin der Grünen gegenüber der TT. Noch im Mai soll dazu ein Beschluss im Nationalrat erfolgen.

„Die Gentechnikfreiheit hat in Österreich aus gutem Grund einen sehr hohen Stellenwert. Das AMA-Gütesiegel sollte dies widerspiegeln“, sagte Voglauer. Die grüne Landwirtschaftssprecherin verweist auf die Vorreiterrolle Österreichs bei Gentechnikfreiheit. So wird in der Geflügel- und Rinderhaltung seit Jahren auf gentechnikfreie Fütterung gesetzt. „Nur in der Schweinehaltung orientiert man sich an Mindeststandards. Ein Gütesiegel muss aber höhere Standards setzen“, sagt Voglauer.

Das soll künftig auch für die Tierhaltung gelten. „Es ist auch der gesellschaftliche Anspruch, dass man weg vom Spalentboden kommt. Die Tiere sollen in einer natürlichen Umgebung leben können. Dazu gehört auch Sonnenlicht“, sagt die grüne Abgeordnete.

Einen konkreten Zeithorizont, wann die neuen AMA-Kriterien für Schweinefleisch eingeführt werden sollen, gibt es noch nicht. Die Landwirtschaftsbetriebe dürften für die Umstellung wohl Zeit bis mindestens 2030 erhalten.


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