Trump bleibt bei Facebook gesperrt und kommuniziert über Blog mit Fans

Nach der Verbannung von den Online-Diensten war der ehemalige US-Präsident in den vergangenen Monaten darauf angewiesen, Stellungnahmen per E-Mail zu verschicken. Nun entdeckt er den Blog für sich. Indes bleibt er bei Facebook weiter gesperrt, wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab.

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Donald Trump schickt seine Kurznachrichten nun über den Blog auf seiner Website in die Welt.
© MANDEL NGAN

Palm Beach – Der von großen Online-Plattformen verbannte Ex-Präsident Donald Trump will mit seinen Anhängern jetzt über seine eigene Website kommunizieren. Der am Dienstag gestartete Blog-Bereich erinnert äußerlich an Twitter – wo es aber nur Beiträge von Trump gibt.

Zugleich könnten Trumps Anhänger Äußerungen des ehemaligen US-Präsidenten sozusagen über eine Hintertür zu Twitter und Facebook tragen. Denn sie können jeden Kurzbeitrag mit wenigen Klicks als Zitat und Link bei den Online-Plattformen teilen. Unklar war zunächst, ob die Dienste das zulassen werden.

"Direkt von Trumps Schreibtisch" kommen die Nachrichten auf der Homepage.
© Screenshot

Trump war nach dem Sturm seiner Anhänger auf das Kapitol in Washington bei Twitter, Facebook und Googles Videoplattform YouTube ausgesperrt worden. Bei Facebook bleibt Trump gesperrt, wie am Mittwoch bekannt gegeben wurde. Nach monatelangen Prüfungen entschied das unabhängige Aufsichtsgremium des US-Konzerns, dem Republikaner bleibe der Zugriff auf unbestimmte Zeit verwehrt. Der Schritt dürfte weltweit für Aufsehen sorgen, weil er als Hinweis darauf gilt, wie Facebook künftig mit Staats- und Regierungschefs verfährt.

Das 20-köpfige Gremium gab Facebook zudem Hausaufgaben auf und verlangte mehr Transparenz und Klarheit bei künftigen Entscheidungen. Die Expertengruppe, der unter anderen die frühere dänische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt wie auch Ex-"Guardian"-Chefredakteur Alan Rusbridger angehören, war als Antwort auf die Kritik am Umgang des Unternehmens mit Hassrede und Falschinformationen entstanden. Seit dem Start im Oktober 2020 wurden dem Gremium mehr als 300.000 Fälle unterbreitet, von denen es sich nur jenen mit einer größeren Relevanz widmet.

Twitter schließt Trump-Rückkehr aus

Twitter betonte dagegen bereits, dass es für ihn keinen Weg zurück gebe. YouTube will Trumps Profil entsperren, wenn "das Risiko von Gewalt gesunken ist".

Nach der Verbannung von den Online-Diensten war Trump in den vergangenen Monaten darauf angewiesen, Stellungnahmen per E-Mail zu verschicken. Davor war der Twitter-Account mit mehr als 80 Millionen Abonnenten sein mit Abstand wichtigster Kommunikationskanal. Mehrfach war spekuliert worden, er könnte eine eigene Online-Plattform starten. In dem Blogbereich mit dem Titel "Vom Schreibtisch von Donald J. Trump" können seine Anhänger einzelne Beiträge wie bei Twitter mit einem "Like"-Herz versehen – und sich auch über neue Posts benachrichtigen lassen. (APA/dpa)


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