Nach interner Kritik: Felipe legt Ämter in der Partei zurück

Nach Kritik aus den eigenen Reihen hat LHStv. Ingrid Felipe, wie jetzt bekannt wurde, alle parteiinternen Funktionen bei den Tiroler Grünen zurückgelegt.

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Nachdenklich: Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) hat es mit ihren ParteikollegInnen nicht immer leicht.
© Rita Falk

Innsbruck ‒ Die Grünen wollen derzeit nur keine Wellen schlagen. Der Junior-Regierungspartner möchte an den Personalrochaden in der ÖVP nicht einmal anstreifen, geschweige denn in sie hineingezogen werden. Denn die Stimmung ist bei ihnen ebenfalls mehr als angespannt.

Schon vor Ostern soll es ordentlich gekracht haben, in einer Partei-Sitzung wurde wieder einmal Kritik an Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe geübt.

Worauf Felipe alle Parteifunktionen u. a. im Landesvorstand zurückgelegt hat. Schon im Vorjahr gab es Rücktrittsaufforderungen, seither wird immer wieder mit einem vorzeitigen Abschied Felipes aus der Politik spekuliert und als möglicher Nachfolger der ehemalige Landes- und Bundesgeschäftsführer Thimo Fiesel ins Spiel gebracht.

Grünen wollen "keine Personaldebatte"

Vonseiten der Grünen hieß es am Donnerstag, dass das Zurücklegen der Funktion im Landesvorstand keine große Bedeutung habe. "Es gibt keine Personaldebatte", sagte ein Sprecher. Felipe habe im Jänner ihre Regierungskollegin, Soziallandesrätin Gabriele Fischer gebeten, für sie als Vertreterin der Landesregierung in den Landesvorstand zu gehen. Dies sei deswegen erfolgt, weil Felipe in der Landesregierung – vor allem mit der Bewältigung der Coronakrise – alle Hände voll zu tun gehabt habe.

Platter hatte am Mittwoch angekündigt, bei der Landtagswahl 2023 wieder antreten zu wollen. Ob Felipe das auch tun werde, ließ sie indes offen. "Ich habe es vor der letzten Landtagswahl so gehandhabt, dass ich mich nicht schon zwei Jahre vorher festgelegt habe, ob ich als Spitzenkandidatin kandidiere und werde das vor dieser Landtagswahl genauso handhaben", hielt sie in einer Stellungnahme fest. Außerdem ging sie auf das Prozedere der Grünen bei Personalfragen ein: "Eine Spitzenkandidatur wird bei den Tiroler Grünen nicht von einer einzelnen Person bestimmt oder bekanntgegeben. Diese Entscheidungen haben zu gegebenem Zeitpunkt die dafür vorgesehenen Gremien zu fällen", sagte sie. (pn, APA)


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