Causa HG Pharma: Virologin Von Laer übernimmt die Test-Befundung

Das Institut für Virologie befundet ab jetzt die Testauswertungen der HG Pharma. Die Ausreisetests in Telfs werden indes beendet.

  • Artikel
  • Diskussion
Von Laer wird die Testauswertungen fachlich beaufsichtigen.
© zeitungsfoto.at

Innsbruck – Die Debatte über die HG Pharma, die seit Herbst für das Land die Corona-Tests durchführt, überschattete zuletzt das Infektionsgeschehen in Tirol. Da zeichnete sich eine erfreuliche Entwicklung ab. So weist das Abwasser-Monitoring eine deutlich sinkende Tendenz auf, die zu erwartende Anzahl an SARS-CoV-2 ausscheidenden Personen hat sich im April fast halbiert.

So endet auch die Ausreisetestpflicht für die Marktgemeinde Telfs bereits heute um 24 Uhr und damit zwei Tage früher als vorgesehen. Gestern Abend waren noch 61 Personen aktiv positiv. „Die Zahlen sind jeden Tag markant gesunken“, freut sich Bürgermeister Christian Härting. Auch in der Osttiroler Gemeinde Abfaltersbach dürfte die Testpflicht schon heute auslaufen.

Tirolweit wurden am Donnerstag 101 Neuinfektionen gemeldet, 23 Corona-Erkrankte werden auf den Intensivstationen behandelt. Doch zurück zum „Lab Truck“ der HG Pharma. Das Land hat am Mittwoch die Zusammenarbeit mit dem Chef des Testlabors, Ralf Herwig, beendet, gestern gab es dann erste Probleme bei der Übermittlung von Daten der PCR-Tests. Die Behörden informierten vorsichtshalber über längere Wartezeiten bei den Bescheiden. Die Schwierigkeiten konnten allerdings bis zum Nachmittag gelöst werden. Da präsentierte das Land auch eine Übergangslösung für den „Lab Truck“: Die Virologin Dorothee von Laer übernimmt mit ihrem Institut die Führung bei PCR-Laborbefundungen bis Vertragsende am 30. Juni.

„Mir ist es wichtig festzuhalten, dass es nach aktueller Erkenntnis bei den Befundungen bei HG Pharma zu keinen falschen Ergebnissen kam, was den Nachweis des Coronavirus betrifft. Es gab also nach unserer Kenntnis keine falsch positiven oder falsch negativen Ergebnisse“, erklärt von Laer. Das wird auch vom Institut für Molekulare Biotechnologie der Akademie der Wissenschaften bestätigt. Die Qualität der Proben sei sehr gut, man könne auch in mehr als 80 Prozent der Fälle erfolgreich sequenzieren. Die Ampel-Kommission hielt Donnerstagabend ebenfalls fest, dass keine Verdachtsmomente bezüglich falscher Ergebnisse vorlägen.

Politisch steht weiter die Aufklärung rund um die Vorgänge bei der HG Pharma im Mittelpunkt. Der Acht-Millionen-Auftrag wurde ohne Ausschreibung vergeben, ob das Unternehmen alle vorgeschriebenen Qualitätskriterien eingehalten hat, wird derzeit vom Land überprüft. SPÖ, FPÖ und Liste Fritz werden das in der Sondersitzung des Landtags am Dienstag auch thematisieren. Auch die Offenlegung des Vertrag wird von der Opposition gefordert.

Mit rechtlichen Schritten droht übrigens Kitzbühels BM Klaus Winkler Liste-Fritz-Chefin Andrea Haselwanter-Schneider, weil sie ihm im Zusammenhang mit der HG Pharma Freunderlwirtschaft unterstellt habe. (pn)


Kommentieren


Schlagworte