132.800 Tiroler warten noch auf ihren Impftermin

37 Prozent all jener, die dazu berechtigt sind, haben zumindest eine erste Dosis erhalten. Die Behörden rufen erneut dazu auf, sich voranzumelden.

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9000 Menschen werden an diesem Wochenende in einem der zehn Tiroler Impfzentren immunisiert.
© Böhm

Innsbruck, Wien – Mehr und mehr gewinnt die Tiroler Impfkampagne an Fahrt. 9000 Menschen werden allein an diesem Wochenende in zehn öffentlichen Zentren im ganzen Land immunisiert. 70 Prozent der verfügbaren Vakzine sind in den vergangenen Tagen an niedergelassene Ärzte verteilt worden.

31,6 Prozent zumindest teilimmunisiert

Indes warten – Stand gestern Nachmittag – 132.800 Männer und Frauen, die sich bereits vorangemeldet haben, auf ihren Termin. 239.000 Erst- und 113.750 Zweitimpfungen wurden laut Auskunft des Landes Tirol bereits durchgeführt. Damit sind 31,6 Prozent der Gesamtbevölkerung zumindest teil-, 15 Prozent bereits vollimmunisiert. Wird berücksichtigt, dass aktuell nur jene, die älter als 16 Jahre sind, überhaupt eine Dosis erhalten können, steigt diese Zahl: 37 Prozent aller potenziell Befugten wurden zumindest einmal, 18 Prozent bereits ein zweites Mal geimpft. 58 Prozent der impfberechtigten Tiroler Bevölkerung, die derzeit rund 642.000 Menschen ausmacht, haben also entweder schon die vor dem Coronavirus schützende Injektion erhalten oder sich dafür vorgemerkt. Wer Letzteres noch nicht gemacht hat, wird von den Behörden aufgerufen, es zu tun und sich auf zu registrieren.

Für Aufregung und Unverständnis sorgte zuletzt immer wieder die Tatsache, dass in Tirol Impftermine zum Teil sehr kurzfristig – bis zu einem Tag vorher – vergeben werden. In Wien oder auch Niederösterreich steht schon Wochen vorher fest, zu welcher Zeit an welchem Ort geimpft wird. „In Tirol werden die Termine für Covid-Impfungen erst dann vergeben, wenn die Verfügbarkeit der Impfstoffe gewährleistet ist“, erklärt Gesundheitsdirektor Thomas Pollak. „Damit können Unannehmlichkeiten wie die Stornierung von Terminen bestmöglich vermieden werden.“ Pollak nennt das einen „Weg der Verlässlichkeit“, der auch weiterhin verfolgt werde.

Verlässlich eingehalten werden soll auch der heimische Impfplan. Wer am zugewiesenen Stichtag beim Arzt oder in einem der Immunisierungszentren erscheint, muss glaubhaft machen, dass er oder sie zu einer Risikogruppe oder einer bestimmten Berufs- und Menschengruppe gehört, die derzeit priorisiert wird – durch ein Attest, eine Bestätigung des Arbeitgebers, für Schwangere beispielsweise durch einen Mutter-Kind-Pass. „Durch stichprobenartige Kontrollen wollen wir gewährleisten, dass die Priorisierungen auch eingehalten werden und sich niemand eine Impfung durch unwahre Angaben erschleicht – das ist inakzeptabel und auch gegenüber jenen nicht in Ordnung, denen die Impfung tatsächlich in der aktuellen Phase zusteht“, betont Gesundheitsdirektor Thomas Pollak.

Zweieinhalb Millionen Erststiche wurden bundesweit vergeben, wie aus gestern veröffentlichten Zahlen des Kanzleramtes hervorgeht. Die Hälfte jener, die sich laut Schätzungen gegen Corona impfen lassen wollen, hat demnach mit Freitag eine Immunisierung erhalten. Am Donnerstag gab es einen Tagesrekord bei den Impfungen: 90.621 Stiche wurden in 24 Stunden gesetzt.

Mitte Mai wollen große Lebensmittelketten in Österreich mit den Corona-Impfungen der Mitarbeiter beginnen. Lidl, Rewe, Spar und Hofer starten am 17. Mai mit jeweiligen Immunisierungs-Programmen. (bfk, TT)


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