Audioguide für die „Hohe Birga“: Spannende Reise in die Eisenzeit

Für die größte geschlossene rätische Siedlung Tirols, die „Hohe Birga“, wurde ein kostenloser Audioguide fürs Smartphone entwickelt.

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Per Audioguide am Smartphone erfahren Besucher der Ausgrabungsstätte „Hohe Birga“ Interessantes über das damalige Leben dort. Im Juli starten weitere Ausgrabungen auf dem Hügel.
© Rita Falk

Von Angela Dähling

Birgitz – Kreative lassen sich auch durch Corona-Beschränkungen nicht lahmlegen. Im Gegenteil, sie nutzten die Zeit zur Findung von Ideen und deren Umsetzung. So geschehen in Birgitz beim Verein „Archäotop Hohe Birga“.

Die Siedlung auf der „Hohen Birga“ ist die am frühesten (1937) untersuchte und größte geschlossene rätische Siedlung in Tirol. Nachdem sie ab 1950 in Vergessenheit geriet, sorgt der 2001 gegründete Verein dafür, dass mit dem Institut für Archäologien der Uni Innsbruck weitergeforscht und der Fundplatz der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde – rund um die Uhr und kostenlos.

„Der Nachteil war, dass außerhalb angemeldeter Führungen niemand da war, der die Fragen der Besucher beantwortete“, resümiert Florian Müller vom Institut für Archäologien als langjähriger Leiter der Ausgrabungen. Das ist jetzt anders, denn gemeinsam mit Volkskundlerin Annegret Waldner wurde ein Audioguide in deutscher und englischer Sprache erstellt. Er kann kostenlos aufs eigene Smartphone geladen werden (www.hohe-birga.at).

Vorausgegangen waren Erhebungen darüber, was die Besucher am meisten interessiert. Müller war für die fachwissenschaftliche Informationen zuständig. Waldner, die unlängst ihren ersten Roman veröffentlichte, wandelte sie in einen kurzweiligen zwanzigminütigen Dialog um. „Man kann nun Maria und Nina auf ihrem Rundgang über die Hohe Birga begleiten und erfahren, wie die Menschen vor über 2000 Jahren gelebt haben, wie ihre Häuser aussahen, welche Tiere gehalten wurden und vieles mehr“, erläutert Waldner. Archäologische Funde wie kleine keltische Silbermünzen oder Korallenstücke gelten als Beweis für Austausch und Handel bis in den Mittelmeerraum. Derartige Funde sind im zugehörigen Museum in Birgitz zu sehen. Eine Frage bleibt übrigens weiter offen: „Wir wissen noch immer nicht, wo der Friedhof der Siedlung war“, sagt Müller.


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