Bienenfreundliche Gärten für Tirol: Broschüre zeigt, wie's geht

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Nahrung für alle: Die Tiroler Gartenspezialistin Gerda Walton hat über viele Jahre Blumen fotografiert.
© Walton

Innsbruck – „Alle reden darüber, dass wir die Bienen retten müssen“, sagt die bekannte Tiroler Gartenreiseleiterin Gerda Walton. Weil es mit Reden, aber auch mit dem Verstreuen von ein paar Blumensamen nicht getan ist, hat sie gemeinsam mit dem Imker und Umweltberater Alexander Würtenberger und dem Bio-Blumengärtner Erwin Seidemann eine detaillierte Handlungsanleitung verfasst, den eigenen Garten bienenfreundlich zu gestalten. Eigentlich sollte „Bienenparadies Biogarten“ eine Broschüre mit den nötigen Ratschlägen werden, schließlich ist ein Buch mit 192 Seiten daraus entstanden, denn ein großer deutschsprachiger Gartenbuch-Verlag zeigte Interesse an dem Werk, das es in dieser Form bisher nicht gibt.

„Es genügt schon ein Fensterbrettl“

Die Anleitung „für Bienenfreunde, die gärtnern, und Gärtner, die Bienenfreunde sind“, beinhaltet das Know-how, wie eine Blumenwiese angelegt oder ein Balkon Lebensraum für Mensch und Biene werden kann. „Es genügt aber auch schon ein Fensterbrettl“, sagt Gartenexpertin Walton. „Auch dort können wichtige Nahrungsquellen für die nützlichen Insekten angepflanzt werden.“ Die meisten Fotos stammen von ihr und sind in vielen Jahren intensiver Beschäftigung mit Bienen entstanden. Das Buch ist so angelegt, dass in einem Garten verschiedene Pflanzen wachsen, sodass während der ganzen Vegetationsperiode immer etwas blüht.

Wichtig ist den Autoren auch, auf die Problematik von Pestiziden aufmerksam zu machen. „Nirgendwo wird so viel Gift versprüht wie in Privatgärten“, sagt Würtenberger. Auch auf Kunstdünger kann verzichtet werden. Positiv sei, dass immer mehr heimische Gärtnereien entsprechende Pflanzen anbieten. Der Umweltberater spricht von einer „positiven Entwicklung“, zum Mitmachen sind aber nicht nur Privatpersonen aufgefordert – „es gibt schon viele umweltbewusste Gärtner, die nicht nur schöne, sondern auch bienenfreundliche Pflanzen einsetzen wollen“ –, sondern auch Gemeinden und Betriebe. Der Ratgeber ist erhältlich im Cadmos-Verlag. (ms)


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