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TT-Analyse zu Chipmangel: Ist die Zeit des Verschwendens vorbei?

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Verena Langegger

Analyse

Von Verena Langegger

Schon seit Jahresbeginn klagt die Autoindustrie über Lieferengpässe bei Chips, also elektronischen Bausteinen. Die Autobauer haben deshalb teilweise sogar schon ihre Produktion hinuntergefahren. VW, Audi oder Ford haben Kurzarbeit wieder eingeführt, nicht wegen mangelnder Aufträge, sondern wegen fehlender Bauteile.

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Doch nicht nur die Elektronik im Auto braucht diese Chips, diese werden auch im Handy oder in WLAN-Boxen, Kühlschränken, Waschmaschinen oder E-Bikes verbaut. Auch in diesen Bereichen klagen Hersteller über massive Lieferschwierigkeiten und Verzögerungen in der Produktion von bis zu einem Jahr.

So wird die global vernetzte Wirtschaft mit ihren Lieferketten zwischen Asien, Afrika, Europa und den USA nach der Corona-Pandemie 2020 heuer von Lieferengpässen ausgebremst. Die globale Abhängigkeit der Weltwirtschaft von Rohstoffen wird klar aufgezeigt. Regionalität funktioniert bei der Lebensmittelherstellung, manche Rohstoffe gibt es aber in Österreich bzw. Europa selten bis gar nicht. Und wenn ein Abbau möglich wäre, dann scheitert er sehr oft an den strengeren gesetzlichen Umweltauflagen der westlichen Welt.

Die derzeitigen Lieferengpässe machen klar: Die Zeit des Verschwendens ist vorbei. Wer monatelang auf ein neues Handy warten muss, der lässt vielleicht doch lieber das alte reparieren. Das will auch die Europäische Union fördern. Denn die EU hat einen Plan für Kreislaufwirtschaft ins Leben gerufen, quasi ein Recht aufs Reparieren. Seit März muss von den Herstellen sichergestellt werden, dass Geräte zehn Jahre lang repariert werden können.

Wer nicht reparieren lassen will oder kann, der muss wohl umplanen. Da Chips aus Silizium nicht ewig haltbar sind, wurde in der Corona-Pandemie, als weltweit weniger produziert wurde, auch in China, dem weltweit größten Produzenten, weniger abgebaut und hergestellt. Das wird sich aber wohl wieder einpendeln, denn dieses – gute – Geschäft lässt sich China sicher nicht nehmen.


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