Verirrter Wal an der Themse in London eingeschläfert

Ein junger Minkwal aus dem Nordatlantik schwamm etwa 90 Kilometer weit landeinwärts und landete in der Richmond-Schleuse in London. Wegen seines schlechten Gesundheitszustands musste er nun eingeschläfert werden.

  • Artikel
  • Diskussion
Erst nach Stunden konnten die Helfer das verletzte Tier freibekommen.
© Screenshot: twitter.com/Reuters

London – Der in der Londoner Themse aufgetauchte Wal ist wegen seines schlechten Gesundheitszustands von Spezialisten eingeschläfert worden. „Wir bestätigen, dass der Zwergwal in Teddington Lock menschlich eingeschläfert wurde, nachdem das Tier auf dem nahe gelegenen Damm gestrandet war", so die Hilfsorganisation British Divers Marine Life Rescue am Montagabend . Der rund vier Meter lange Wal war am Wochenende aus unbekannten Gründen im Südwesten von London in einer Schleuse aufgetaucht.

Vor seiner Einschläferung hatte der Wal an der Teddington-Schleuse im Bezirk Richmond eine Weile still im Wasser getrieben. Bis zur offenen See sind es von dort aus knapp 50 Kilometer. Bereits am Sonntag war der Wal an einer Schleuse in der Nähe aufgetaucht, wo Hunderte Schaulustige die stundenlange Rettungsaktion beobachteten. Allerdings konnte der junge Minkwal den Rettern entkommen – am Montagnachmittag war er zurück in Richmond und sogar noch ein Stück weiter gelangt.

Wal muss durch die Innenstadt geschwommen sein

Wieso das Tier, das normalerweise im Nordatlantik zu Hause ist, so weit die Themse hoch schwamm, war zunächst unklar. Möglicherweise folgte es Fischen aus der Nordsee in den Fluss und verirrte sich. Eine Untersuchung nach der Einschläferung soll Aufschluss darüber geben, weshalb sich der Gesundheitszustand des Wals so rapide verschlechterte.

Die Schleuse in Richmond ist die am weitesten flussabwärts gelegene, an der noch die Nordsee-Gezeiten zu spüren sind. Um von der Themsemündung dorthin zu gelangen, muss der Wal auch durch die Innenstadt entlang des Parlaments und des berühmten Tower geschwommen sein.

TT-Geburtstag: Jetzt eine von 76 Torten gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet automatisch.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein Wal in die Londoner Themse verirrt. Berühmt wurde der Willy genannte „River Thames Whale", ein Nördlicher Entenwal, der im Jänner 2006 in dem Fluss gesichtet wurde, aber nicht lebend gerettet werden konnte. 2019 wurden innerhalb kurzer Zeit gleich zwei tote Wale in der Themse entdeckt, allerdings deutlich näher an der Mündung. (APA/dpa)


Kommentieren


Schlagworte