Vier Elfmeter-Entscheidungen in drei Stadien sorgen für reichlich Diskussion

Rapid-Coach Kühbauer "kann 'Irren ist menschlich'-Geschichte nicht mehr hören", LASK-Trainer Thalhammer fordert, dass auch im Schiedsrichterwesen das Niveau gehoben wird.

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Dominik Thalhammer hatte nach dem WSG-Spiel Redebedarf mit Schiedsrichter Felix Ouschan, der dem LASK-Trainer anschließend Gelb-Rot zeigte.
© EXPA/REINHARD EISENBAUER

Wien/Graz/Pasching - Elfmeter-Diskussionen allerorts zum Trotz marschieren Salzburgs Seriensieger schnurstracks Richtung Double. Während Rapid eine Vorentscheidung um Platz zwei in der Fußball-Bundesliga verpasste, bahnt sich im Rennen um Platz drei ein Herzschlagfinale an. Auf dem Platz, der eine Teilnahme an einer europäischen Gruppenphase bedeutet, sitzt derzeit Sturm trotz der 1:3-Heimniederlage gegen Salzburg. Punktegleich mit den Steirern ist der LASK.

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Die Oberösterreicher holten mit dem 3:3 gegen WSG Tirol einen Punkt auf, mussten aber wie Sturm und Rapid spielentscheidende Fehlpfiffe verdauen. Von einem solchen profitierte etwa der nur noch einen Punkt dahinter lauernde Vorjahres-Dritte WAC, der sich beim 2:1-Auswärtssieg bei Rapid über ein Elfmetergeschenk vor dem 1:1 freute.

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Am Sonntagabend standen zumindest vier Elfmeter-Entscheidungen in drei Stadien zur Diskussion, die erst ab der kommenden Saison vom Video-Assistent-Referee (VAR) beglaubigt oder korrigiert werden können. "Ich bin heilfroh, wenn nächste Saison der VAR in Kraft tritt. Die 'Irren ist menschlich'-Geschichte kann ich mittlerweile nicht mehr hören", meinte Rapid-Coach Dietmar Kühbauer.

WSG-Trainer Thomas Silberberger betonte, diesmal als Nutznießer: "Solange wir den VAR nicht haben, können wir in jedem Spiel darüber diskutieren." Man müsse derzeit mit Fehlpfiffen leben: "Nächstes Jahr wird alles besser. Dann hätte das heutige Spiel zwar 15 Minuten länger gedauert, aber wir hätten dann alle Szenen zu 99 Prozent richtig."

🎥 I Die Highlights der Partie LASK gegen WSG Tirol

Da der VAR nach internationalen Maßstäben jedoch nur nach "klaren und offensichtlichen Fehlentscheidungen" eingreifen darf, sind - wie in großen Ligen zu beobachten - auch nach Einführung des Assistenten Schiedsrichterdiskussionen vorprogrammiert. Auch im "VAR-Room" werden Menschen die Szenen zu interpretieren haben.

Christian Ilzer hat sich mit den ständigen Fehlpfiffen mittlerweile arrangiert. "Wir haben schon einige Punkte liegen gelassen aufgrund von Fehlentscheidungen, aber wenn wir am Ende mit diesen Fehlentscheidungen Dritter sind, dann ist der Platz noch mehr wert", sagte der Sturm-Trainer. "Unser Fokus sollte auf dem liegen, was wir beeinflussen können. Wir greifen an in den letzten drei Partien. Feuer frei, los geht's!"

Die Grazer Niederlage war eine verdiente, doch ohne Fehlpfiff hätte Sturm den Salzburgern möglicherweise zum dritten Mal in dieser Saison einen - diesmal glücklichen - Punkt abgetrotzt. Beim Stand von 1:2 bewertete Schiedsrichter Gerhard Grobelnik eine Attacke Maximilian Wöbers von hinten an Kelvin Yeboah nicht als Foul - eine Entscheidung, die der erfahrene Referee nach Betrachtung der TV-Bilder selbst mit anderen Augen sah. Auch Salzburg-Trainer Jesse Marsch meinte: "Von meiner Perspektive habe ich gedacht, das ist ein Elfmeter."

Der LASK musste gegen die WSG Tirol gleich zwei äußerst strittige und wohl in der Summe zu harte Elfmeterpfiffe von Felix Ouschan hinnehmen, die zu zwei Gegentreffern und letztlich zum 3:3-Remis führten. Trainer Dominik Thalhammer wurde nach Abpfiff wegen Kritik an den Offiziellen noch mit Gelb-Rot bestraft. "Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, was ich gesagt habe, weil mein Puls so hoch war. Nichts Gravierendes, nichts Schlimmes", meinte Thalhammer danach. Beim Gastspiel gegen den WAC am Mittwoch wird er wie der zweifache Elfmeter-"Sünder" Gernot Trauner (Gelb-Rot) gesperrt fehlen.

📊 Die aktuelle Tabelle der Bundesliga:

Im Nachgang wollte der Trainer eigentlich nicht auf dem Schiedsrichter-Thema herumreiten, "weil wir genug Situationen hatten, es gar nicht so weit kommen zu lassen". Thalhammer betonte aber zugleich, "dass man wirklich diskutieren muss darüber. Denn da geht es wirklich um viel, um die Euro-League. Wenn bei solchen Entscheidungen schon die erste so umstritten ist, dann die zweite noch umstrittener, zeugt das schon von einer gewissen 'Confidence' (Überzeugung, Anm.)."

Der Ex-Teamchef der ÖFB-Frauen legte nach. "Ich bin weit davon entfernt, dem ÖFB Ratschläge zu erteilen. Aber ich weiß, dass der ÖFB extrem viel in die Trainerausbildung investiert hat und sehr viel Geld in die Hand genommen hat, um das zu professionalisieren." Ein "nächster überlegenswerter Schritt" wäre es, auch im Schiedsrichterwesen das Niveau zu heben, meinte er. Denn international werde anders gepfiffen. "In Österreich gibt es auch so viele Spielunterbrechungen."

Unbeeindruckt davon will Salzburg am Mittwoch den achten Meistertitel in Folge fixieren. Schon ein Punkt gegen Rapid reicht. "Es war ein wichtiger Sieg und am Mittwoch gibt es ein Finale", sagte Marsch nach dem gewonnen "Halbfinale" gegen Sturm. Brenden Aaronson versprach nach seinem ersten Liga-Doppelpack: "Wir werden die Partie gegen Rapid wie ein Finale behandeln." (APA)


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