Neue Milser Dorfchefin Daniela Kampfl baut auf Konsens

Daniela Kampfl erhielt im Gemeinderat ohne Gegenkandidaten elf von 17 Stimmen – und will allen Listen die Hand reichen. Größte Oppositionsfraktion spaltet sich auf.

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Peter Hanser gratulierte seiner Nachfolgerin Daniela Kampfl.
© Domanig

Mils – Seit gestern Abend hat Tirol eine 18. Bürgermeisterin: Der Milser Gemeinderat wählte Daniela Kampfl (Liste „Gemeinsam für Mils“) mit elf Stimmen bei drei Enthaltungen und drei ungültigen Stimmen zur Nachfolgerin von Peter Hanser, der sich, wie berichtet, mit Ende April nach 17 Jahren als Ortschef vorzeitig zurückgezogen hatte.

Einen Gegenkandidaten gab es nicht: Er hätte nur mit Unterstützung aller vier (Oppositions-)Listen, die 2016 bei der Wahl gekoppelt haben, kandidieren können, sagt GV Christian Pittl (Lebenswertes Mils), diese Vereinbarung sei leider gebrochen worden.

Rasch ins Arbeiten kommen

Über Mils hinaus bekannt ist Kampfl, Jahrgang 1973 und verheiratete Mutter zweier Söhne, seit 2016 als Landes-geschäftsführerin des VP-Wirtschaftsbundes. Ebenfalls seit 2016 ist sie Gemeinderätin und steht u. a. dem Bildungsausschuss vor. Im TT-Gespräch kündigt sie an, rasch ins Arbeiten kommen zu wollen, um die knapp 300 Tage bis zu den Gemeinderatswahlen „gemeinsam gut zu nützen“. Dazu gehöre vor allem, für das nächste Jahr ein „seriöses, aber auch zukunftsträchtiges“ Budget zu schnüren. Schon Ende Sommer, Anfang Herbst wolle sie eine Arbeitssitzung mit allen Fraktionen und Ausschussobleuten einberufen. Generell möchte sie den anderen Listen im Hinblick auf große Projekte das Angebot von Arbeitssitzungen außerhalb der Gemeinderatstermine machen, um Fragen und Sichtweisen einbringen zu können. In ihrer ungewöhnlichen, persönlich gehaltenen Antrittsrede streute Kampfl den einzelnen, „sehr erfahrenen“ Gemeinderäten Rosen – sandte also klare Signale auch an die Opposition aus, die mit Hanser zuletzt einige Sträuße ausgefochten hatte.

Für einen Knalleffekt am Ende der Sitzung sorgten drei Gemeinderäte der Liste „Lebenswertes Mils“: Ruth Plaikner, Stefan Unterberger und Eveline Gundolf kündigten (ebenso wie ein Ersatzgemeinderat) an, aus der von Pittl angeführten Fraktion auszutreten. Sie gründen die neue Liste „Zukunft Mils. kompetent.unabhängig“. Pittl seien die Parameter „parteifrei und ohne Clubzwang“ plötzlich „ein Dorn im Auge“ gewesen, es sei zum Zerwürfnis gekommen, heißt es in einer Aussendung. Pittl zeigte sich völlig überrascht: „Das ist so, als würde man die Scheidung einreichen, nur weil man nicht weiß, wohin der nächste Urlaub gehen soll.“ (md)

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