Hunderte drehten an Grenze zu Bayern um, Brenner soll auch früher aufgehen

Die Quarantänepflicht bei Einreisen aus Deutschland weicht der „3-G-Regel“. LH Platter fordert dies auch bei der Rückreise aus Südtirol.

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Viele Tiroler wollten endlich wieder nach Bayern fahren und kehrten wegen der Quarantänebestimmungen in Österreich um.
© Otter Wolfang

Innsbruck – So richtig abgesprochen war die Öffnung des kleinen Grenzverkehrs zwischen dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und Bundeskanzler Sebastian Kurz am Dienstag nicht. Söder verwies zwar auf die Wahrung der jeweiligen Corona-Bedingungen, doch das ging unter. Wer aus Deutschland nach Österreich eingereist ist, musste sich bis gestern einer Quarantäne unterziehen. Erst nach fünf Tagen kann man sich freitesten.

Am Mittwoch wollten aber viele Tiroler und Bayern die wiedergewonnene Reisemöglichkeit nach Bayern nützen. Doch dann die unliebsame Überraschung. Denn viele hoffnungsfroh begonnene Fahrten von Bewohnern des Bezirks Kufstein endeten an der Grenze. Die Polizisten hielten gewissermaßen als Bürgerservice alle Autofahrer an und klärten sie über die noch vorherrschende Rechtslage auf. Hunderte Autofahrer haben daraufhin an den Grenzübergängen wieder umgedreht. Mancher der Ausreisewilligen war auch sichtlich verärgert über die Situation.

„Ich musste jetzt bei der Rückkehr eine Quarantänebestätigung ausfüllen“, meldete sich ein Bayern-Reisender, der über den Grenzübergang Mittenwald wieder nach Tirol einreisen wollte. „Vielen anderen ist es gleich ergangen“, sagte er.

Mückstein reagierte rasch

Ein untragbarer Zustand, seit Mittwochvormittag liefen deshalb die Telefone heiß. Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) wies den Bund auf die Situation hin, Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) reagierte rasch. Die so genannte „3-G-Regelung“ wurde für Deutschland vorgezogen. Diese ermögliche eine Einreise mit aktuellem Immunitätsnachweis (geimpft, getestet oder genesen) ohne Quarantäne. „Dieses Vorziehen betrifft Einreisende, die sich in den vergangenen zehn Tagen ausschließlich in Deutschland oder Österreich aufgehalten haben“, teilte das Gesundheitsministerium mit.

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Ab heute gilt die Bestimmung. „Ich bin sehr froh, dass vom Gesundheitsministerium heute sehr schnell auf die gestrige Ankündigung Bayerns reagiert wurde, den kleinen Grenzverkehr zwischen Österreich und Bayern wieder zu ermöglichen. Besonders heute gab es große Unsicherheiten an der Grenze“, betont Platter.

Für Besucher bzw. Rückreisende aus Südtirol gelten die Quarantänebestimmungen nach wie vor.
© TT/Böhm

Platter: Südtirol soll folgen

Nach Italien kann man ab 15. Mai ohne Quarantäne einreisen, also zeitgerecht vor den Pfingstferien. Platter fordert jetzt, dass für Fahrten aus Südtirol nach Tirol ebenfalls der Immunitätsnachweis gelten solle. „Auch für Südtirol erwarte ich mir, dass dieselbe Regelung zur Anwendung kommt, damit es auch im Grenzverkehr zwischen Tirol und Südtirol zu Erleichterungen kommt.“

Derzeit bereitet die Bundesregierung bekanntlich eine Einreiseverordnung vor, die ab 19. Mai von der Quarantänepflicht für Urlauber aus Ländern mit niedrigen Ansteckungszahlen absehen soll. Ob sie in den nächsten Tagen für Südtirol vorgezogen wird, ist noch offen bzw. derzeit eher unwahrscheinlich. (pn, wo)


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