Nach Angriff auf Schule in Russland: Fünf Schüler in ernstem Zustand

Kremlchef Wladimir Putin forderte nach einem Amoklauf an einer Schule strengere Waffengesetze. Neun Menschen waren bei dem Verbrechen getötet worden, fünf Schüler befinden sich noch immer in ernstem Zustand.

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Fahnen wehen auf Halbmast.
© ROMAN KRUCHININ

Kasan – Zwei Tage nach dem Amoklauf an einer Schule in Russland haben sich am Donnerstag zwei Schüler weiter in Lebensgefahr befunden. Ihr Zustand sei äußerst ernst, sagte Gesundheitsminister Michail Muraschko der Staatsagentur Tass zufolge in Moskau. Ein anderer schwer verletzter Schüler habe inzwischen eine Operation gut überstanden. Die Verletzten hatten entweder Schusswunden oder Knochenbrüche erlitten. Sie alle erhielten psychologische Hilfe, betonte der Minister.

Am Mittwoch waren neun Verletzte zur Behandlung nach Moskau geflogen worden. Sie hätten den Transport gut verkraftet, sagte eine Regierungssprecherin der Republik Tatarstan. "Die Ärzte tun alles in ihrer Macht Stehende, um das Leben und die Gesundheit zu retten."

Bei dem Angriff auf eine Schule in der Großstadt Kasan etwa 720 Kilometer östlich von Moskau waren am Dienstag neun Menschen getötet und 23 verletzt worden. Die meisten Opfer waren Schüler.

Putin fordert strengere Waffengesetze

Erstmals äußerte sich Kremlchef Wladimir Putin persönlich. Er sprach von einem "barbarischen Verbrechen" und nahm bei einem Treffen mit Regierungsvertretern an einer Schweigeminute für die Opfer teil. Zudem lobte er die Lehrer. "Sie haben mutig, heldenhaft und hoch professionell gehandelt." Sie verdienten staatliche Auszeichnungen.

Die Polizei hatte nach der Tat einen 19-Jährigen festgenommen. Über den Tatverdächtige war am Mittwochabend eine zweimonatige Untersuchungshaft verhängt worden. In diesem Zeitraum soll auch ein psychologisches Gutachten erstellt und seine Schuldfähigkeit überprüft werden, teilte das Gericht mit. Der Mann wurde wegen Mordes angeklagt.

Putin erneute seine Forderung nach einer schärferen Regelung für den zivilen Waffenbesitz. Um solche Verbrechen zu verhindern, müssten die Anforderungen an die Besitzer erhöht und die Kontrollen von im Umlauf befindlichen Waffen verstärkt werden. In die Verantwortung müssten auch diejenigen gezogen werden, die Waffenscheine ausstellten, sagte Putin. Der Befehlshaber der Nationalgarde, Viktor Solotow, schlug vor, dass künftig erst mit 21 Jahren Waffen gekauft werden dürften. (APA, dpa)


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