Nur 89 Prozent der Fahrzeuglenker halten vor Schutzwegen an

Jedes Jahr ereignen sich über 1000 Unfälle mit Personen auf Zebrastreifen. Die Gründe sind vielfältig: Unachtsamkeit oder Ablenkung, schlechte Sichtbeziehungen zwischen Fußgängern und Fahrzeuglenkern, nicht angepasste Geschwindigkeit, aber auch Fehlverhalten von Fußgängern.

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(Symbolfoto)
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Wien – Jedes Jahr passieren österreichweit auf Schutzwegen mehr als 1000 Unfälle mit Personenschaden - die Hälfte davon auf nicht-signalgeregelten Zebrastreifen. Zwischen 2017 und 2019 wurden dabei 32 Fußgänger getötet, analysierte die ÖAMTC Unfallforschung. Der Verkehrclub hat im März und April in Wien mehr als 1000 Beobachtungen bei Schutzwegen durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass nur 89 Prozent der Fahrzeuglenker Fußgänger das ungehinderte Queren der Fahrbahn ermöglicht haben.

"Wir konnten beobachten, dass Fahrzeuglenker ihre Geschwindigkeit vor Schutzwegen eher vermindern, wenn für sie Fußgänger am Fahrbahnrand, der sogenannten Auftrittsfläche, erkennbar sind. Die richtige Ausstattung und entsprechende Sichtbarkeit der Schutzwege sind somit essenziell. Und man kann es nicht oft genug sagen: Der stärkere Verkehrsteilnehmer hat auf den Schwächeren zu achten", betonte ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nose. Fahrzeuglenker müssen im Bereich von Zebrastreifen immer vorausschauend und bremsbereit fahren. Fußgänger sollten ihren Querungswunsch zudem deutlich und unmissverständlich anzeigen und sich vor Betreten des Schutzweges vergewissern, dass ein gefahrloses Queren möglich ist. Im Idealfall sollte Blickkontakt zum Fahrzeuglenker hergestellt werden.

Unachtsamkeit oder Ablenkung

Bei Pkw-Lenkern lag bei der Beobachtung die Quote mit 91,5 Prozent Anhaltebereitschaft etwas höher, bei Einspurigen lediglich bei 66,7 Prozent. Bei Unterscheidung nach höchstzulässiger Geschwindigkeit - 30 oder 50 km/h - zeigten sich keine signifikanten Abweichungen (92,5 zu 90,4 Prozent). Dennoch gilt: Nur eine 100-prozentige Anhaltebereitschaft ist akzeptabel. "Im Zuge der Beobachtungen haben wir auch das Verhalten der zu Fuß Gehenden vor der Querung der Fahrbahn am Schutzweg dokumentiert. Dabei konnten wir feststellen, dass 17,8 Prozent der querungswilligen Fußgänger keinen Blickkontakt zum Fahrzeuglenker suchten, respektive keinen Blick nach links und rechts getätigt hatten", erklärte der ÖAMTC-Verkehrstechniker. In Kombination mit den festgestellten Nicht-Anhaltungen der Fahrzeuglenker zeigte sich, dass das in nahezu jedem dritten Fall eine Rolle gespielt hatte.

Generell sind die Gründe für Schutzwegunfälle vielfältig: Unachtsamkeit oder Ablenkung, schlechte Sichtbeziehungen zwischen Fußgängern und Fahrzeuglenkern durch Abschattungen oder ungünstige Lage, unzureichende Beleuchtung, nicht angepasste Geschwindigkeit bzw. nicht anhaltebereites Fahren, aber auch Fehlverhalten von Fußgängern.

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Wie die Statistik zeigt, gab es 2019 insgesamt 1207 Unfälle auf Schutzwegen. Dabei wurden zwölf Menschen getötet. Im Jahr zuvor waren es 1206 Unfälle mit neun Todesopfern und 2017 österreichweit 1037 Unfälle mit elf getöteten Fußgängern. Seit 2007 ist die Zahl der Fußgängerunfälle in Österreich zwar insgesamt um 15 Prozent gesunken, die Zahl der Schutzwegunfälle bliebe jedoch konstant. (APA)


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