Wetterradar auf der Valluga muss repariert werden: Antrag ist gestellt

Ein Drei-Parteien-Antrag im Landtag soll Reparatur und den laufenden Betrieb der Anlage auf der Valluga sicherstellen. Es geht um Kosten von 5,3 Mio. Euro.

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Mit dem 2007 errichteten Wetterradar bei St. Anton konnte eine große Lücke geschlossen werden. Doch 2017 wurde die Anlage zerstört.
© Schranz

St. Anton am Arlberg – Ein hartnäckiger Einsatz war nötig, damit 2007 das Wetterradar auf der Valluga (2809 m) bei St. Anton in Betrieb gehen konnte. Die Region war nämlich ein weißer Fleck auf der Landkarte der Beobachtungsstationen. Mehrere Jahre ins Zeug gelegt hatten sich damals der Landtagsabgeordnete Heinrich Juen sowie der legendäre Arlberger Meteorologe Karl Gabl. Die Anlage hatte 3,9 Mio. Euro gekostet.

Jetzt geht es allerdings um Kosten von 5,3 Mio. Euro. Rund 2 Mio. Euro sind nötig, damit das im Jahr 2017 durch Blitzschlag völlig zerstörte Wetterradar repariert und neu in Betrieb genommen werden kann. Dazu kommen noch Betriebskosten in Höhe von 3,3 Mio. Euro in den nächsten 15 Jahren.

„Das Konzept zur Wiederinbetriebnahme liegt vor“, heißt es im Drei-Parteien-Antrag, den ÖVP, SPÖ und Grüne auf Initiative von LA Benedikt Lentsch (SPÖ) diese Woche im Landtag eingebracht haben. Die Landesregierung werde aufgefordert, an den Bund und das Land Vorarlberg heranzutreten, „um unverzüglich die Finanzierung der Reparatur, der Wiederinbetriebnahme und des laufenden Betriebes sicherzustellen“. Die Kostenaufteilung soll laut Antrag gleich sein wie 2007 bei der Erstinbetriebnahme: 55 Prozent Bund, 17 Prozent Land Vorarlberg und 28 Prozent Land Tirol. „Es geht praktisch um eine Neuerrichtung der Anlage“, erläuterte Lentsch.

Als Betreiber würde sich die ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) anbieten. Letztere hob hervor, dass man zwar einen funktionierenden Austausch der Wetterdaten mit der Schweiz und Deutschland habe, doch die Warnung vor Naturgefahren sei eine Hausaufgabe, die man mit eigenen Ressourcen erledigen sollte. Die ZAMG möchte mit der Station am Arlberg „jedenfalls wieder autonom werden“.

„Mit dieser Anlage können Gefahrensituationen wie Schneefälle, Lawinen, Murenabgänge, Starkregen, Hagel sowie Überschwemmungen besser prognostiziert werden“, begründen die Abgeordneten im gemeinsamen Antrag. Zudem sei im Zuge des Klimawandels eine Häufung extremer Wetterphänomene zu erwarten. „Es geht auch darum, eine große Lücke im heimischen Überwachungsnetz zu schließen.“

Nutznießer der Wetterradar-Anlage auf der Valluga seien das Tiroler Oberland, aber auch Vorarlberg und der Vinschgau. Lentsch geht davon aus, dass der Drei-Parteien-Antrag, „der von größtem öffentlichen Interesse ist“, in der vorliegenden Form beschlossen wird. (TT, hwe)


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