Achenseebahn: Mit Volldampf für den Neustart

Rund um die Achenseebahn sind jetzt die Verträge zur Erneuerung der Flachstrecke fertig.

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Die Verträge für die Gleise auf der Flachstrecke am Achensee sind laut TT-Informationen unter Dach und Fach.
© Zwicknagl

Jenbach – Nach dem Konkursverfahren der Achenseebahn gab es Zweifel am Fortbestand der Bahn. Doch der Dampf geht der Bahn vorerst nicht aus. „Es geht nun einmal um eine neue Konzession und den Neubau der Strecke zwischen Eben und Seespitz“, sagt Helmut Schreiner, technischer Vorstand der Zillertaler Verkehrsbetriebe, die künftig gemeinsam mit der Achenseebahn agieren wird. Fast stolz vermerkt er, dass in den vergangenen Tagen 750.000 Euro an Rechtsanwalt Herbert Matzunski als Verkäufer und Insolvenzverwalter im Konkurs über das Vermögen der Achenseebahn AG gegangen sind. „Diesen Betrag haben wir schon überwiesen“, bestätigt Andreas Lackner vom Controlling der ZVB. Das Geld stammt aus einem Sockelbetrag von fünf Millionen Euro, die das Land Tirol für die Rettung innerhalb von zwei Jahren zur Verfügung stellt. Agieren wird die alte Bahn künftig unter „Achenseebahn Infrastruktur- und Betriebs-GmbH“.

„Wir konzentrieren uns nun auf den Neubau der Flachstrecke zwischen dem Bahnhof Eben und Seespitz mit einer Länge von drei Kilometern“, sagen Schreiner und der ZVB-Betriebsleiter Hannes Obholzer. Ein Schotterwagen, der aus Rumänien kommt, und Drehgestelle, die für den Antransport der Schienen benötigt werden, stehen schon auf den alten Gleisen. Mit dem Gleisbau wird Mitte Juni begonnen. „Wir brauchen dafür 4800 Schwellen, 9000 Tonnen Hartgestein-Schotter und drei neue Weichen, die bereits im Vorjahr angeliefert wurden. Der Vertrag mit der ausführenden Firma ist unter Dach und Fach. Wir sprechen hier von Kosten in der Höhe von 950.000 Euro – ohne Material“, erklärt Schreiner, der mit einem Bauende im November rechnet. „Eine Lokomotive wird derzeit startklar gemacht. Dann können Bauzüge auf die Strecke gehen“, sagt Obholzer. Zudem werden vier Personenwagen generalüberholt. In Eigenregie soll ein Wagen einen neuen Holzaufbau bekommen. Zu erneuern sind auch die Bahnübergänge, die mit Kunststoff-Fahrplatten ausgestattet werden. „Eine der historischen Weichen wird erhalten bleiben“, sagt Schreiner in Blickrichtung auf Vorbereitungen für die Sicherungsanlage. (zw)


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