Der neue M3 von BMW: Ein altes Konzept wirkt wie ein Jungbrunnen

Mit dem M3 hat BMW vor fast vier Jahrzehnten ein wegweisendes Sportauto geschaffen – die neueste Version fasziniert wie die Vorgänger.

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Ein Augenschmaus: Rote Bremsbacken, sattgrüne Lackierung, polarisierende Doppelniere – all das steht für den neuen BMW M3.
© Höscheler

Von Markus Höscheler

Umhausen – Es gibt sie noch, die Verbrennungsmotoren, denen es immer noch gelingt, ihre Nutzer unter Strom zu setzen. Derartige Aggregate, Benziner, sind etwa traditionsgemäß im M3 von BMW eingebaut. Der Münchner Autohersteller hat seine hauseigene Tuning-Abteilung immer wieder damit beauftragt, ein besonders rasantes Derivat der jeweiligen Dreier-Reihe zu kreieren. Die Motoren durften dabei kräftig Lärm machen und noch kräftiger beschleunigen. Das Ziel ist, allen technologischen Entwicklungen zum Trotz, gleich geblieben: Die verwendeten Aggregate, hochgezüchtet und mit allerlei Helferlein bestückt, beschallen heftig und liefern orgiastischen Vorschub. Eine Kostprobe liefert eben der neue M3, der als Limousine lediglich 3,9 Sekunden für den Sprint von null auf 100 km/h benötigt. Damit taugt er allemal für die Rennstrecke, zumal er optional erst bei 290 km/h abregelt. Hierzulande ist von solchen Tempi abzuraten, sie stehen in Konflikt mit der Straßenverkehrsordnung. Eine zügige Fahrt auf alpinen Landstraßen sei dennoch angeraten, um das Temperament des M3 zu provozieren. Die Gasannahme ist perfekterweise direkt, trotz automatisierten Getriebes. Die Stufenwechsel erfolgen Zug um Zug, die Richtungswechsel dank direkt-präziser Lenkung und austariertem Fahrwerk so wie gewollt. Erst bei Asphaltaufbrüchen oder bei nasser Bereifung liefert der 510 PS starke und 650 Newtonmeter stemmende Dreiliter-Sechszylinder-Turbobenziner Kraftüberschüsse, die der Heckantrieb der Competition-Version nicht mehr verwerten kann. Ein feinfühlig abgestimmtes elektronisches Stabilitätsprogramm nimmt die Hektik raus, auch wenn, je nach gewählter Stufe, manche quertreibende Hinterteil-Tänze toleriert werden.

Der M3 weiß also in puncto Dynamik zu gefallen – aber nicht nur: Auch Außendesign und Innenraumgestaltung überzeugen, wenngleich es bezüglich Farbgestaltung Offenheit braucht. Die gewählte Lackierung – Isle of Man Grün metallic – vermeidet jeglichen Anflug von Unauffälligkeit, die Kombination mit orangefarbener Merino-Lederbestuhlung stellt ein weiteres optisches Wagnis dar. Und doch ist das grelle Farben-Duo stimmig für ein Fahrzeug dieser Art, das vor allem Fahrspaß auf technologisch fortschrittlichem Niveau offeriert. Entsprechend freudvoll gestaltet sind das großzügig arrangierte Head-up-Display, das volldigitale Instrumentarium und das Infotainmentsystem mit einem hochauflösenden Touchscreen auf der Mittelkonsole. Der M3 wirkt als Jungbrunnen auf vier Rädern.

Die Technik

Motor: Sechszylinder-Turbobenziner

Hubraum: 2993 ccm

Drehmoment: 650 Nm bei 2750 U/min

Leistung: 375 kW/510 PS

L/B/H: 4794/1903/1433 mm

Gewicht: 1805/2210 kg

Kofferraumvolumen: 480 l

Tankinhalt: 59 l

Höchstgeschwindigkeit: 290 km/h

0–100 km/h: 3,9 Sekunden

Verbrauch: 11,1 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Hinterradantrieb

Preis: ab 99.750 Euro

CO2-Emission: 234 g/km

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