Plus

Trennungsfamilien: Viele offene Fragen bei der Obsorge

Die Pandemie hat wie ein Brennglas viele Probleme verstärkt. Besonders getroffen hat es Alleinerziehende. Vor diesem Hintergrund bekommt das Modell der Doppelresidenz noch größere Bedeutung.

  • Artikel
  • Diskussion (1)
Rund 90 Prozent der Alleinerziehenden in Österreich sind Frauen.
© iStock

Von Michaela S. Paulmichl

Innsbruck – Mehr als 160.000 Menschen in Österreich erziehen ihre Kinder allein, der überwiegende Teil – rund 90 Prozent – sind Frauen. Bei dieser hohen Anzahl lautet eine der dringendsten Forderungen der Plattform für Alleinerziehende, das Modell der so genannten Einelternteilfamilien als eine Form von Familie anzuerkennen. „Ziehen Mütter ihre Kinder alleine groß, werden sie immer noch stigmatisiert“, sagt Alexandra Krail-Johnson, die neue Geschäftsführerin der Plattform für Alleinerziehende in Tirol. Anstatt Betroffene zu verurteilen oder zu bemitleiden, brauche es gute Konzepte, um sie zu unterstützen.

Gute Obsorge-Modelle sind ein Teil davon, bei einer von der Plattform organisierten Veranstaltung stand die Frage im Mittelpunkt, „wie es gut weitergehen kann, wenn sich Eltern trennen“. Bei der Suche nach neuen Perspektiven und Lösungsansätzen für die Zukunft wird immer wieder die Doppelresidenz genannt. Laut Untersuchungen kommen rund 20 Prozent der Trennungsfamilien für diese so genannten Wechselmodelle in Frage, bei denen sich die Eltern zu gleichen Teilen abwechselnd um ihre Kinder kümmern.


Kommentieren


Schlagworte