Datenzugriffe aus Liebe endeten in Vorstrafe

Zum Jobverlust kamen für eine junge Beamtin nun 4500 Euro Geldstrafe dazu – 1500 davon bedingt.

  • Artikel

Innsbruck – Amors Pfeile steckten in einer jungen Tirolerin derartig tief, dass sie über ihren Angebeteten einfach alles wissen wollte. Dafür überschritt die Beamtin jedoch alle Grenzen und fragte den Mann über ihren Dienstcomputer nicht weniger als 78-mal ab. Als die Zugriffe über das Abfragesystem aufgekommen waren, gab die 23-Jährige gleich zu, die Grenzen der Legalität überschritten zu haben. Aufgrund von Motivation, Geständnis und Unbescholtenheit gewährte das Landesgericht im Februar noch eine Diversion für diesen Amtsmissbrauch.

Diese Woche ging es jedoch erneut ans Strafgericht. Hatte doch das Oberlandesgericht das Vorliegen einer nur geringen Schuld verneint und somit eine diversionelle Erledigung schon aus generalpräventiven Gründen abgelehnt.

Beim Prozess war dann nochmals Thema, dass die Angeklagte den Freund im Tatzeitraum täglich 2,6-mal abgefragt hatte. Durch den Befugnismissbrauch wurde sein Recht auf Datenschutz jedenfalls geschädigt. Zum Jobverlust kamen nun 4500 Euro Geldstrafe dazu – 1500 davon bedingt. (fell)

TT-Geburtstag: Jetzt eine von 76 Torten gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet automatisch.


Schlagworte