Köpfe und Arme, die durchaus auch Landschaften sein könnten

Sechs Beispiele des bildhauernden Per Kirkeby und fein Gezeichnetes von Madeleine Boschan in der Innsbrucker Galerie Kugler.

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Per Kirkeby: „Kopf ohne Arm II“, 1985, aus schwarzer Bronze.
© Galerie Kugler/Heinz Stanger

Von Edith Schlocker

Innsbruck – In den Skulpturen des Dänen Per Kirkeby geht es für Galerist Bernd Kugler nicht mehr primär um die menschliche Figur, sondern „um das Leben, die Existenz“. Stilisiert zu spröd amorphen, schwarzen Bronzen, die in ihrer fast kompletten Emanzipation von allem Assoziativen durchaus auch schroff zerklüftete Landschaften sein könnten.

Es ist bereits die vierte Personale, die Kugler dem vor drei Jahren verstorbenen wohl wichtigsten zeitgenössischen dänischen Künstler widmet. Erstmals allerdings dem sich im Dreidimensionalen ausbreitenden Kirkeby, der weniger bekannten Seite des Werks des gelernten Geologen, der in seinen frühen Jahren auch performt und Filme gemacht hat, bevor er die Malerei als Medium für sich entdeckte.

Als Bildhauer mochte Per Kirkeby gern das ganz große Format, um Skulpturen zu bauen, die fast schon Architekturen sind. Die sechs in den 1980er-Jahren entstandenen Bronzen, die in der Galerie Kugler auf Sockeln in Augenhöhe zum Betrachter stehen, sind dagegen verhältnismäßig klein, kommen in der Behandlung, wie Kirkeby die Oberflächen bearbeitet hat, fast wie ins Räumliche sich ausdehnende pastose Malereien daher.

Zelebriert in einer unmittelbar kraftvollen Handschrift, wobei bisweilen die Fingerabdrücke des Formulierenden zum Teil der Arbeit werden. Die „Häute“ dieser monolithisch in sich geschlossenen oder expressiv in den Raum ausgreifenden „Arme“ und „Köpfe“ können aber auch ganz glatt sein.

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Parallel zu Per Kirkeby sind in einer kleinen galeristischen Officeausstellung fünf minimalistische Zeichnungen von Madeleine Boschan zu sehen. In diverse Richtungen verzogene Rechtecke, in zu- wie abnehmender Intensität mit Aquarellstiften auf edle Büttenpapiere im DIN-A4-Format geschrieben.


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