Auf alles gefasst: Saison im Telfer Bad startet mit Vorbehalt

Nur noch wenige Tage bis zur Eröffnung: Auch das Telfer Bad rüstet sich für die zweite Corona-Saison mit Unsicherheitsfaktor – nicht nur wegen des Wetters.

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Letzte Vorbereitungen im Telfer Bad, bevor am Mittwoch die ersten Gäste kommen dürfen: Links im Bild Felix Geissler, rechts oben misst Restaurantleiter Gregory Laimgruber den Abstand zwischen den Tischen, darunter Eva Wackerle von der Geschäftsführung.
© Rita Falk

Von Michaela S. Paulmichl

Telfs – Der Rasen ist frisch gemäht, das Wasser in den Becken klar, und auch die Temperatur soll bald die gewünschten angenehmen 28 Grad erreicht haben. „Nur die Außentemperaturen passen leider noch nicht“, hofft Eva Wackerle, stellvertretende Geschäftsführerin im Telfer Bad, auf besseres Wetter. Die rund 20 Mitarbeiter arbeiten derzeit trotzdem auf Hochtouren, damit pünktlich am 19. Mai eine schon zum zweiten Mal außergewöhnliche Schwimmsaison starten kann. Wackerle: „Natürlich gibt es viele Regeln und Beschränkungen, aber letztlich sind vermutlich alle froh, dass wir überhaupt aufsperren dürfen.“ Wenn auch nur für rund 750 Besucher, das sind etwa halb so viele, wie vor der Pandemie an heißen Tagen in das Schwimmbad gestürmt sind.

Doch noch gibt es viel zu tun, und dabei geht es in erster Linie darum, Verstärkung für das Team im Telfer Bad zu suchen. Die Bewerbungsgespräche laufen bis Anfang der Woche, gesucht werden ein Chefkoch und Servicepersonal, und auch die Mitarbeiterinnen an der Kassa brauchen noch Unterstützung.

Beim Eingang müssen sich die Badegäste registrieren.
© Rita Falk

„Durch die lange Pause haben sich viele umorientiert“, stellt Restaurantleiter Gregory Laimgruber fest, während ein Mitarbeiter mit einem Lieferanten die Bestellliste durchgeht. Die Lebensmittel und Getränke müssen erst geliefert werden. Die Tische sind noch nicht aufgestellt, Laimgruber wartet auf genaue Vorgaben, was die Abstandsregeln betrifft.

„Wir rechnen derzeit mit einem Meter zwischen den Tischen, bei zwei Metern kommt einfach eine Reihe weg.“ Gemessen wird genau mit dem Maßstab. „Es steht nicht dafür, dass wir wegen ein paar Zentimetern noch Probleme bekommen.“ Was bereits feststeht: Es gibt keinen Barausschank, und beim Betreten und Verlassen oder WC-Besuch braucht es eine FFP2-Maske.

Auch der Kiosk draußen neben dem Schwimmbad bleibt vorerst zu und wird vermutlich nicht vor Juli oder an ganz besonders heißen Tagen geöffnet werden, für die Badegäste gibt es aber beim Restaurant auch ein Take-away mit Getränken und Speisen zum Mitnehmen. Geschlossen bleiben außerdem die Sauna und das Becken in der Halle, laut aktuellem Stand – „und falls sich nicht wieder etwas ändert“ – wird es von Schulen oder Vereinen für Schwimmkurse benützt, sagt Wackerle. Die Organisatoren müssen selbst ein Präventionskonzept vorlegen.

Eine gute Nachricht gibt es für die Kinder und alle anderen, die beim Besuch im Schwimmbad weniger die Erholung suchen, sondern vor allem Spaß haben wollen: Die Rutschen dürfen in Betrieb gehen.

Die größte Herausforderung sieht Wackerle aber beim Eingang, sollten sich die Badegäste einzeln registrieren müssen. Das ist mit dem Smartphone per QR-Code möglich, wer kein entsprechendes Mobiltelefon hat, kann ein Formular ausfüllen. Wobei das sicher schneller geht, wie die Mitarbeiter meinen: „Bis man den Leuten erklärt hat, wie das am Handy funktioniert, dauert es immer ein paar Minuten.“ Sollte es für den Freibereich doch keine Registrierungspflicht geben, ist natürlich alles viel einfacher. „Am Freitag hieß es wieder, dass doch darauf verzichtet wird“, berichtet Eva Wackerle über den letzten Stand der Dinge.

Auch wenn vieles noch unklar ist oder dann doch wieder kurzfristig ganz anders kommen kann als geplant, müssen die Mitarbeiter immer auf alles gefasst sein. „Wir machen uns sehr viele Gedanken, damit für unsere Gäste alles reibungslos abläuft, hoffen aber auch auf Verständnis und Geduld, sollte es einmal doch etwas länger dauern.“ Es sei wichtig, alle Schutzmaßnahmen und Hygienevorschriften einzuhalten, „und es ist notwendig, dass da auch jeder mitmacht, denn wir wollen ja schließlich alle so bald wie möglich zurück zur Normalität.“ Um das zu garantieren, passen die Bademeister nicht nur auf, dass sich beim Schwimmen niemand verletzt, sondern auch, ob die Masken richtig sitzen.

Vorschriften

3G-Regel: Geimpft, getestet oder genesen gilt auch für Schwimmbäder. Nachweise sind mitzubringen.

Abstand: Badegäste, die nicht in einem Haushalt leben, müssen einen Abstand von mindestens zwei Metern einhalten.

Maskenpflicht besteht beim Ein- und Ausgang und beim Gang zur Toilette.

Covid-19-Präventionskonzept: Jedes Bad muss ein Konzept erstellen, außerdem müssen Covid-19-Beauftragte bestellt werden.

Keine starren Regeln: Die Badeordnung ist dem Stand der Wissenschaft anzupassen.

Für Hallenbäder gilt: Pro Badegast müssen 20 Quadratmeter des Kundenbereichs zur Verfügung stehen, viele bleiben deshalb geschlossen.


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