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Investoren setzen unkündbare Mieter in Tirol immer öfter unter Druck

Telefonterror nach 22 Uhr, Klagsdrohungen: Auch in Tirol sind Vermieter nicht zimperlich, wenn sie jemanden loswerden wollen. Der Mieterschutzverband regelt zehn Ausmietungen pro Jahr.

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Die Sanierung alter Häuser führt auch in Tirol zu Konflikten mit unkündbaren Mietern.
© iStock

Von Alexandra Plank

Innsbruck – Die ältere Dame befand sich zuletzt alleine in dem Stadthaus, das zuvor zwölf Wohnparteien mit Leben erfüllt hatten. Ab diesem Zeitpunkt rief sie der Vermieter regelmäßig nach 22 Uhr an und forderte sie auf, auszuziehen, denn „das hat ja keinen Zweck mehr.“ Als die Frau sich nicht mit wenigen tausend Euro ihr unbefristetes Mietrecht ablösen lassen wollte, klopfte es, wie in einem Psychothriller, nächtens an ihre Türe.

Sie öffnete aber nicht, sondern wandte sich an den Mieterschutzverband (www.mieterschutzverband.at/kontakt-tirol). Die Juristinnen verhandelten mit dem Vermieter und konnten erreichen, dass die Pensionistin, die selbst eine schöne Ersatzwohnung fand, eine Entschädigung von 50.000 Euro erhielt. „Der Druck von Investoren auf unbefristete Mieter hat stark zugenommen“, sagt Herta Trummer, Geschäftsführerin des Mieterschutzverbandes Österreich, Landesorganisation Tirol. Mit Alexandra Hohenbruck schließt sie pro Jahr 100 Fälle ab, zehn Prozent sind Ausmietungen.


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