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Die Schwazer Maibutter: Eine Butter, die eigentlich gar keine ist

Andreas Kaufmann vom Gasthaus Bucherwirt in Buch bei Jenbach ist der letzte Gastwirt, der noch selbst die traditionelle Maibutter herstellt. Geschlagener Sauerrahm, Zimt und Zucker – fertig ist die Schwazer Spezialität.

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Andreas Kaufmann leert die frische Milch in eine Zentrifuge.
© Rita Falk

Von Rosa Karbon

Hinter saftigen Wiesen liegt mitten in Buch – einem kleinen Dorf bei Jenbach – das Gasthaus Bucherwirt. Im Hof des 1628 erbauten Gebäudes ragt in diesen Tagen ein Maibaum in die Höhe. Dieser ist allerdings nicht die einzige Tiroler Tradition, die man derzeit bei Familie Kaufmann antrifft. Denn das Gasthaus Bucherwirt ist das letzte im Bezirk, welches noch die Maibutter – eine Spezialität aus dem Großraum Schwaz – selbst herstellt und seinen Gästen jedes Jahr aufs Neue anbietet. „Viele machen die Maibutter gar nicht selbst zuhause, weil sie diese mit diesem Gasthaus in Verbindung bringen“, erklärt Hausherr Andreas Kaufmann.

Saftige Wiesen

Andreas Kaufmann hat das Gasthaus 1999 von seinem Vater übernommen.
© Rita Falk

Vor ihm führte sein Vater das Gasthaus, dieser verstarb allerdings bereits im Jahr 1999. Andreas Kaufmann übernahm als Wirt – eine große Aufgabe für den damals erst 20-Jährigen. Heute ist er 43 Jahre alt und führt den Familienbetrieb gemeinsam mit seiner Frau Natascha. „Ich kannte die Maibutter zuvor nicht“, erzählt die gebürtige Mayrhofnerin. Andreas hingegen löffelte die Süßspeise bereits in seiner Kindheit. „Wir haben das schon immer gehabt, ich kann mich gar nicht an eine Zeit ohne erinnern“, sagt er, während er einen Kaffee zubereitet. Als sie noch keine Rührmaschine im Haus hatten, wäre früher die Verwandtschaft zum Gasthaus gekommen, um behilflich zu sein. Denn den Rahm von Hand zu schlagen, sei viel Arbeit gewesen.

📽️ Video | Die Maibutter


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