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Fahrgastrechte in Zeiten der Pandemie: Flexibilität ist gefragt

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Wenig kulant war die Vorgehensweise der ÖBB bei Zeitkarten, insbesondere bei der Österreichcard. (Symbolfoto)
© ÖBB

Innsbruck, Wien – Die Auswirkungen der Pandemie werden auch in diesem Jahr in Form von Reisebeschränkungen und -warnungen oder Lockdowns in manchen Ländern spürbar sein. „Es ist schwer vorherzusehen, wie sich die Situation entwickelt“, sagt Maria-Theresia Röhsler, Leiterin der Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte in Österreich (apf), die sich für Reisende im Bahn-, Bus-, Schiffs- und Flugverkehr einsetzt. Flexibilität ist gefragt, von einem Tag auf den anderen kann sich die Lage ändern und sind Restriktionen möglich.

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Im vergangenen Jahr gab es viele Beschwerden auch im Zusammenhang mit Bahnreisen, bei rund einem Drittel der abgeschlossenen Schlichtungsverfahren ging es um Covid-Thematiken, bei einem Großteil davon um die Rückerstattung von Ticketkosten. „Umso mehr freuen wir uns, dass die Gesamt-Erfolgsquote im Jahr 2020 bei den Bahn-Verfahren bei erfreulichen fast 95 Prozent lag“, zieht Röhsler insgesamt eine positive Bilanz.

Viele Passagiere konnten die Tickets durch pandemiebedingte Einschränkungen nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen verwenden. Da etliche von Flugannullierungen, Hotelschließungen oder Veranstaltungsabsagen betroffen waren, wollten oder mussten sie auch die damit zusammenhängenden Zugfahrten stornieren.

Unterschiedliche Einschätzung zur ÖBB

Was das Entgegenkommen der ÖBB in den vergangenen Monaten der Pandemie betrifft, fällt die Einschätzung sehr unterschiedlich aus: „Bei Einzelfahrkarten war das Unternehmen sehr großzügig und ging teils sogar über die rechtlichen Verpflichtungen hinaus – insbesondere bis Anfang Juni 2020.“ Meistens wurden Gutscheinlösungen angeboten. Danach wurde die Linie des Unternehmens restriktiver. Aber auch in diesen Fällen war laut Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte eine sehr hohe Einigungsrate in den Verfahren zu erzielen.

Deutlich weniger kulant war die Vorgehensweise bei Zeitkarten, insbesondere bei der Österreichcard, der ÖBB-eigenen Jahreskarte. Die apf erhielt in diesem Zusammenhang einige Schlichtungsanträge, in denen die Passagiere eine Erstattung der nicht genutzten Monate wegen der Lockdowns bzw. der Covid-19-Ausgangsbeschränkungen forderten. Sie mussten oft mangels Einigung eingestellt werden. Nach Intervention durch die apf bot das Unternehmen allen Österreichcard-Kunden aber zumindest einen Gutschein für eine Fahrt im Nightjet an.

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Näheres unter www.passagier.at


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