Tiroler Dramatikerfestival: Nur die Oper muss noch warten

Beim 10. Tiroler Dramatikerfestival stehen heuer ab 26. Mai drei Uraufführungen auf dem Spielplan.

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Klaus Rohrmoser leitet das Dramatikerfestival seit 2002.
© De Moor

Innsbruck – Am Anfang war eine Klage: „Mitterer – und sonst nichts!“ Darüber wurde im Februar 2001 im Literaturhaus am Inn diskutiert. Auf dem Podium saß auch Klaus Rohrmoser, damals Schauspieldirektor des Tiroler Landestheaters. Dort habe er zwar nie ein Stück von Felix Mitterer angesetzt, erinnert sich Rohrmoser im Gespräch mit der TT. Den Unmut über die starke Präsenz der „Marke Mitterer“ auf Tirols Bühnen konnte er aber verstehen. „Ich versprach, dass ich mir etwas ausdenke“, sagt Rohrmoser. Aus seinen Überlegungen wurde das Tiroler Dramatikerfestival. Seit 2002 findet es alle zwei Jahre statt. Stücke von dreißig Autorinnen und Autoren wurden bislang gezeigt, von Toni Bernhard über Martin Plattner bis Egon A. Prantl.

Die im Vorjahr Corona-bedingt verschobene 10. Auflage startet am 26. Mai mit der Uraufführung von Wolfgang Nöcklers „sprech im wald“ im Innsbrucker Brux. Sechs Vorstellungen sind dort bis 5. Juni angesetzt. Danach wird das von Philipp Jescheck in Szene gesetzte Stück bei den Vereinigten Bühnen Bozen zu sehen sein.

Geplant waren für die Jubiläumsausgabe vier Produktionen. Die Oper „Der Kopf des Halsman“ von Franz Baur (Musik) und Clemens Lindner (Libretto) muss vorerst verschoben werden. „Das Stück lässt sich unter den aktuell geltenden Vorgaben nicht so realisieren, wie es sich das verdient“, sagt Rohrmoser.

Auch beim von ihm selbst inszenierten Stück „Der Berg kommt“ von Erika Wimmer Mazohl musste der Festivalleiter umdenken. In den vergangenen Tagen wurde die Produktion, in der unter anderem Eleonore Bürcher mitspielt, im Brux gefilmt. Die Aufzeichnung wird Anfang Juni im Innsbrucker Leokino gezeigt und ist danach als Stream abrufbar.

Ganz analog wird ab 9. Juni die dritte Urauführung des heurigen Festivals zu sehen sein. In der alten Hungerburg-Talstation kommt Sarah Milena Rendels „Jena Paradies“ zur Premiere. (jole)


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