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Leitartikel zum Nahost-Konflikt: Blind für Frieden in der Spirale der Gewalt

Und wieder eskaliert der Konflikt in Nahost. Israel hat das Recht auf Selbstverteidigung. Doch das Zu-Grabe-Tragen des Friedensprozesses wird den Konflikt immer wieder neu aufschaukeln. Die Spirale der Gewalt wird sich weiterdrehen.

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Christian Jentsch

Von Christian Jentsch

Und wieder fliegen die Raketen, und wieder heulen die Sirenen, und wieder sind die Verheerungen gewaltig, und wieder mussten bereits über 200 Menschen sterben. Darunter Dutzende Kinder, die von beiden Seiten als Kollateralschäden verbucht werden. Die militärischen Auseinandersetzungen zwischen der im Gazastreifen herrschenden Hamas und Israel sind blutige Routine. Beim letzten großen Konflikt, dem Gaza-Krieg im Sommer 2014, starben Tausende Palästinenser, auch auf israelischer Seite starben Zivilisten und Soldaten. Es gab zahlreiche Vorwürfe wegen Kriegsverbrechen.

Und eines steht fest: Auch wenn die aktuelle Konfrontation zu Ende geht, wird es keinen Sieger geben. Auch wenn Israels Militär die Führungsriege der Hamas ausschalten sollte, wird der Konflikt weitergehen. Der Zorn wird sich wieder entladen, der Hass sich wieder Bahn brechen. Es wird wieder Tote geben. Und: Für die rund zwei Millionen Einwohner im Gazastreifen gibt es kein Entrinnen aus dem Elend. Gefangen in der Spirale der Gewalt ist der Blick für den Frieden, für ein Miteinander völlig abhandengekommen.


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