Regierung setzt auf Öffnungen: Vorkrisenniveau in diesem Jahr noch möglich

Die Öffnung von Gastronomie und Hotellerie soll der Wirtschaft in Österreich einen weiteren Schwung geben. Sollte es in diesem Jahr zu keinen Schließungen mehr kommen, wäre laut Finanzminister Blümel bis Ende Sommer sogar ein Vorkrisenniveau möglich.

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Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP), Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) und Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) anlässlich der PK "Arbeitsmarkt und Öffnungen" im Bundeskanzleramt in Wien.
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Wien – International legt die Konjunktur zu und in Österreich sollte die Öffnung von Gastronomie und Hotellerie der Wirtschaft einen weiteren Schwung geben. Wenn es zu keinen weiteren Schließungen mehr kommt, dann sollte Österreichs Wirtschaft bis zum Ende des Sommers das Niveau von vor der Krise wieder erreicht haben, sagte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) am Dienstag vor Journalisten. Bis zu 20 Mrd. Euro mehr Wertschöpfung als derzeit seien möglich.

Die jüngsten Prognosen verschiedener Institute deuteten auf eine Wirtschaftswachstum von drei bis 3,5 Prozent hin, "wir hoffen, dass wir am Ende über diesen Prognosen liegen werden", so Blümel. Bis April seien die Prognosen noch von einem deutlich langsameren Wachstum ausgegangen.

Dazu beitragen soll der Tourismus. In der Ferienhotellerie sei die Buchungslage bis nach August schon wieder gut, sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Um den Gästen die Einhaltung der Zutrittsvoraussetzungen zu Hotels und Restaurants zu erleichtern wird es Gratis-Tests in den öffentlichen Teststraßen auch für ausländische Touristen geben. "Alle Menschen ab dem schulpflichtigen Alter können sich in Österreich kostenlos in Teststraßen auf SARS-CoV-2 testen lassen", so die Ministerin, egal ob sie sich für die Arbeit, das Studium oder für einen Urlaub in Österreich aufhalten.

Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) sieht den Aufschwung auch im Arbeitsmarkt.
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Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) geht davon aus, dass sich der Aufschwung auch am Arbeitsmarkt positiv auswirken wird. Rund 150.000 Menschen sollten durch das Ende des Lockdowns wieder (voll)beschäftigt werden, davon dürften 130.000 aus der Kurzarbeit zurückkommen, 20.000 aus der Arbeitslosigkeit. Auch das wird die Arbeitslosenrate weiter absenken. "Ich hoffe, dass wir im Sommer auf ein Niveau der Arbeitslosigkeit kommen, das zwar immer noch hoch ist, aber nicht mehr Rekordniveaus erreicht", so Kocher.

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Aufgrund einer lang geplanten EDV-Umstellung im AMS gibt es diese Woche nur Schätzungen für die aktuelle Arbeitslosigkeit - demnach ging der Wert im Wochenabstand um 6.000 Betroffene auf 343.000 Menschen zurück, wie in der Vorwoche dürften 77.000 Menschen in Schulungen sein. Vorangemeldet zur Kurzarbeit sind 320.000. Über die Verlängerung der Kurzarbeit gebe es mit den Sozialpartner intensive Gespräche, eine Lösung sollte es "in den nächsten ein bis zwei Wochen" geben.

Mit einer großen Pleitewelle rechnen Kocher und Blümel nicht, einen "Nachholeffekt" werde es nach den 2020 sehr niedrigen Insolvenzen aber geben.

Auch wenn die Arbeitslosenzahlen sinken – der ÖGB weist darauf hin, dass immer noch über 400.000 Menschen ohne Job sind. Die Leitende ÖGB-Sekretärin Ingrid Reischl fordert einmal mehr eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens. (APA)


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