Kryptomarkt eingebrochen: Bitcoin-Minus auf 15 Prozent eingegrenzt

Die nach Marktanteil größte Digitalwährung Bitcoin sackte auf der Handelsplattform Bitstamp zeitweilig um etwa 25 Prozent bis auf 30.066 US-Dollar ab. Furcht vor stärkerer Regulierung soll diesen Wertverlust ausgelöst haben.

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Symbolbild.
© OZAN KOSE

Frankfurt – Die Furcht vor stärkerer Regulierung hat den Markt für Kryptowährungen am Mittwoch drastisch einbrechen lassen. Nach einer Mitteilung der chinesischen Notenbank, wonach Digitalwährungen nicht für Zahlungszwecke verwendet werden dürfen, gaben viele Digitalwerte im Kurs massiv nach. Die Kursverluste bewegten sich bei den wichtigsten Währungen deutlich im zweistelligen Prozentbereich. Selbst für den schwankungsanfälligen Kryptomarkt sind das außergewöhnlich hohe Verluste.

Am späten Nachmittag konnten die Kryptowährungen die massiven Verluste aber wieder ein Stück weit eingrenzen.

Die nach Marktanteil größte Digitalwährung Bitcoin sackte auf der Handelsplattform Bitstamp zeitweilig um 25 Prozent bis auf 30.066 US-Dollar ab, das niedrigste Niveau seit Ende Jänner.

Am Nachmittag konnte der Bitcoin die Verluste aber wieder deutlich eingrenzen. Der Kurs erholte sich bis auf 37.000 Dollar. Das sind aber immer noch rund 15 Prozent weniger als am Vortag. Die Digitalwährung entfernte sich damit deutlich vom Rekordhoch, das Mitte April bei knapp 65.000 Dollar erreicht worden war.

Die zweitgrößte Digitalwährung Ether konnte die frühen Verluste auch eingrenzen. Sie wurde am späten Nachmittag bei 2.740 US-Dollar gehandelt und damit etwa 18 Prozent niedriger als am Vortag. Zeitweise war der Kurs des Ether am Nachmittag um bis zu 40 Prozent bis auf knapp 2.000 Dollar eingebrochen. Das Rekordhoch, das erst vor wenigen Tagen bei rund 4.350 Dollar markiert wurde, geriet ähnlich klar außer Reichweite wie bei der Nummer eins Bitcoin.

Die chinesische Notenbank hatte eine Erklärung veröffentlicht, die viele ohnehin verunsicherte Marktteilnehmer zusätzlich verschreckte. Sie stellte klar, dass Kryptowährungen nicht verwendet werden sollten, da es sich nicht um echte Währungen handle. Auch sei es Finanz- und Zahlungsdienstleistern nicht gestattet, Produkte oder Dienstleistungen in Digitalwährungen auszuzeichnen.

China ist schon länger für seine kritische Haltung gegenüber Kryptoanlagen bekannt. Das Land arbeitet deshalb selbst an einer digitalen Variante seiner Landeswährung Yuan und führt schon erste Feldversuche durch. Unter den großen Volkswirtschaften gilt China als am weitesten fortgeschritten bei der Entwicklung einer Digitalwährung. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) fasst einen digitalen Euro ins Auge, die Arbeiten daran befinden sich aber in einer Anfangsphase.

Die Mitteilung der chinesischen Notenbank trifft auf einen angeschlagenen Markt für Kryptowährungen. Für erhebliche Verunsicherung hat zuletzt vor allem Tesla-Chef, Multimilliardär und Krypto-Befürworter Elon Musk gesorgt. Er hatte den erst im Februar eingeschlagenen Kurs des Elektroautobauers Tesla, Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren, korrigiert. Als Grund nannte Musk die schlechte Umweltbilanz von Bitcoin. (APA/dpa)


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