„Lange Nacht der Kirchen“ : Musik, Kunst, Gebet und ein klein wenig Protest

In der „Langen Nacht der Kirchen“ öffnen heuer 40 Einrichtungen ihre Türen. Aufgegriffen werden am 28. Mai auch kirchenkritische Themen.

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Freuen sich auf die „Lange Nacht der Kirchen“ (v. l.): Superintendent Oliver Dantine, Organisatorin Sabine Musenbichler, Erzpriester Aleksandar Stolic, Bischof Hermann Gletter und Walter Peer von der Wiener Städtischen.
© Diözese Innsbruck

Von Benedikt Mair

Innsbruck – Macht hoch die Tür: 40 Kirchen, Klöster und Kapellen aus vier christlichen Konfessionen öffnen am Abend des 28. Mai für alle Interessierten. Rund 80 Programmpunkte werden in der „Langen Nacht der Kirchen“ angeboten. Die Bandbreite ist groß, reicht von gemeinsamen Gebeten über Konzerte hin zu Theateraufführungen. Auch durchaus kirchenkritische Themen werden nicht ausgespart.

Wer die Veranstaltungen, für die maximal 50 Teilnehmer zugelassen sind, besuchen will, muss geimpft, genesen oder getestet sein. „Nur für Gottesdienste, Andachten und Segnungen gelten andere Regeln“, sagte Koordinatorin Sabine Musenbichler gestern bei der Präsentation des Programms. An den religiösen Feiern können sich mehr Menschen beteiligen, das Abstandhalten und Tragen einer Maske sind die einzigen Hygienevorschriften.

Auf dem Gebiet der Diözese Innsbruck beteiligen sich katholische, evangelische, serbisch-orthodoxe und erstmals neuapostolische Kirchen an der Aktion. In Jenbach etwa werden zwischen 20 und 22 Uhr verschiedene Glaubensstationen quer durch das Ortsgebiet begangen. Der Künstler Kurt Philippitsch stellt in der Martin Luther Kirche in Lienz aus, die Innsbrucker Spitalskirche ist von 17 bis 23.30 Uhr geöffnet, Gospelmusik wird gespielt und eine szenische Lesung aus dem Stück „Krach im Hause Gottes“ von Felix Mitterer abgehalten. Unter dem Motto „Sex.Segen“ beschäftigt sich die Pfarre Völs mit einem offenen und kreativen Zugang der Kirche zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften.

Innsbrucks Bischof Hermann Glettler sprach von einer „bewusst gelebten Gastfreundschaft“, welche die religiösen Institutionen entgegenbrächten. Von einem „Geist der Zuversicht, der durch unsere Kirchen weht“, sprach der Superintendent der evangelischen Diözese Salzburg-Tirol. „Es ist ein großes Hoffnungszeichen nach diesem schweren Jahr.“ Und auch der Erzpriester der serbisch-orthodoxen Kirche, Aleksandar Stolic, freute sich, „die Möglichkeit zu haben, uns besser vorzustellen“.

Einer der großen Sponsoren der „Langen Nacht der Kirchen“ ist die Wiener Städtische Versicherung. Deren Tiroler Landesdirektor, Walter Peer, betonte, „das Geld für die Gesellschaft einzusetzen“. Die Veranstaltungsreihe lasse Jung und Alt den Raum des Glaubens spüren. „Und dafür wollen wir unseren Beitrag leisten.“

Die Programmpunkte für den 28. Mai stehen fest, aufgrund der Pandemie kann es allerdings zu Änderungen kommen. Nähere Informationen gibt es im Internet unter


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