Höhere Spritsteuer bringt Tausende Jobs und weitere positive Effekte

Laut einer Analyse der Linzer Johannes Kepler Universität wirkt sich eine schrittweise Erhöhung der Mineralölsteuer mehrfach positiv aus.

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Höhere Mineralölsteuer verteuert den Sprit, hat aber auch zahlreiche Vorteile für Haushalte und Firmen.
© TT/Rachlé

Linz – Im Zuge einer ökosozialen Steuerreform überlegt die türkis-grüne Regierung auch eine schrittweise Erhöhung der Mineralölsteuer (MÖSt), was beispielsweise auch Sprit und Diesel verteuern würde. Erfolgt eine solche Steuererhöhung aufkommensneutral – fließen also die höheren Steuereinnahmen über andere Kanäle wieder zurück an Haushalte und Firmen –, zahlt sich die höhere Mineralölsteuer gleich mehrfach aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Simulationsanalyse des Ökonomen Friedrich Schneider und des Energieexperten Sebastian Goers von der Johannes Kepler Universität Linz.

Die Simulationsanalyse geht von einer stufenweisen Erhöhung der MÖSt auf Benzin und Diesel um jährlich etwa 3 Cent pro Liter (exkl. USt.) bis 2030 aus. Somit auf bis zu 45 Cent im Jahr 2030. Ergebnis: Durch eine intelligente Rückvergütung der zusätzlichen Steuereinnahmen – Senkung der Lohnnebenkosten, Öko-Bonus an Firmen bzw. an einkommensschwache Haushalte, Investitionen in E-Mobilität und thermische Sanierung – würde die Wirtschaftsleistung im Jahr 2030 um etwa 2 Mrd. Euro höher sein als derzeit. Zusätzlich können 2030 mehr als 10.000 Arbeitsplätze geschaffen bzw. gesichert werden.

Weiters würden die CO2-Emissionen im Schnitt um jährlich 7,5 % sinken.

Mit einer MÖSt.-Erhöhung auf bis zu 45 Cent im Jahr 2030 steigen die entsprechenden Steuereinnahmen von 1,6 Mrd. Euro im Jahr 2022 auf 2,8 Mrd. Euro im Jahr 2030. Diese würden zu 100 % wieder in die Wirtschaft und die Haushalte zurückfließen und damit die Innovationsfähigkeit, die wirtschaftliche Dynamik und den sozialen Ausgleich gewährleisten.

„Die Analysen zu einer ökologisch und sozial verträglichen sowie wirtschaftlich innovativen Steuerstrukturreform zeigen eine dreifache Dividende“, betonen die Autoren: „Die Umsetzung der untersuchten steuerlich aufkommensneutralen Reform generiert ökologische Lenkungseffekte, gewährleistet soziale Verträglichkeit und unterstützt die tragende Rolle der Industrie und deren Investitionstätigkeiten durch Innovationen.“ (mas)

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