Impfrate bei Älteren stagniert, mehr als 100.000 Impfungen am Donnerstag

Die Impfrate in Österreich pendelt sich derzeit auf etwa 70 Prozent ein. Das sei "im Bereich der Erwartungen", heißt es im Gesundheitsministerium. Der Plan, dass bis Ende Juni alle Impfwilligen die erste Impfung erhalten, ist weiterhin aufrecht.

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Die Corona-Schutzimpfung in Österreich kann immer mehr Menschen verabreicht werden.
© Fleig / Eibner-Pressefoto via www.imago-images.de

Wien – Von den jüngeren Senioren ist mittlerweile ein höherer Anteil zumindest einmal gegen Corona geimpft als in der Gruppe ab 85 Jahren. Während die Ältesten am Freitag bei einer Rate von 71,6 Prozent lagen, sind es bei den 75- bis 84-Jährigen 78,1 Prozent. Auch die 65- bis 74-Jährigen stehen bereits besser da. Grundsätzlich sei die Impfbereitschaft "sehr positiv zu bewerten", hieß es aus dem Gesundheitsministerium auf Anfrage, wie die Älteren besser erreicht werden könnten.

Die Impfrate von 70 Prozent liege "im Bereich der Erwartungen", hieß es aus dem Büro von Ressortchef Wolfgang Mückstein (Grüne). "Insbesondere bei hochaltrigen Patienten muss neben dem Anteil der Genesenen auch die Indikationsstellung im Sinne einer individuellen Abwägung von Nutzen und Risiko der Impfung berücksichtigt werden", wurde zudem erläutert.

36,1 Prozent bereits mit mindestens einer Impfung

Am Donnerstag wurden mit 102.194 Impfungen wieder sechsstellige Impfzahlen erreicht. Insgesamt haben laut den Daten des E-Impfpasses 3.215.168 Personen bereits zumindest eine Teilimpfung erhalten, das sind 36,1 Prozent der Bevölkerung. 1.198.446 und somit 13,5 Prozent der Einwohner Österreichs sind bereits voll immunisiert.

Bei der Altersgruppe 85 plus stagnierten die Impfzahlen allerdings zuletzt. Von 15. April bis 20. Mai gab es nur einen leichten Anstieg von rund 67 auf nun knapp 72 Prozent. Im gleichen Zeitraum hat die Gruppe der 75- bis 84-Jährigen von ebenfalls 67 Prozent auf 78 Prozent zugelegt, die 65- bis 74-Jährigen sogar von 39 auf aktuell 74 Prozent.

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Bis Ende Juni sollen alle Impfwilligen ersten Stich haben

Auch die nächste Altersgruppe holt unterdessen deutlich auf. Wenn die Erstimpfungen in der selben Geschwindigkeit weiter gehen, dann können in vier Wochen rund 80 Prozent der 55- bis 64-Jährigen geimpft sein, derzeit sind es 57 Prozent. Bei den Jüngeren würde es noch deutlich länger dauern, allerdings hat die Regierung ausreichend Impfstoff angekündigt, um bis Ende Juni alle Impfwilligen geimpft zu haben.

Dass bei den Unter-55-Jährigen die Impfrate bei den Frauen höher ist als bei den Männern, führt das Gesundheitsministerium nach wie vor auf Priorisierungen zu Beginn der Impfkampagne zurück. "Gerade im Bereich der jüngeren Personen wurde frühzeitig in Berufsgruppen geimpft, die tendenziell einen hohen Frauenanteil aufweisen (z.B. Gesundheitspersonal, Lehrer)", hieß es auf Nachfrage.

Die Impfrate im internationalen Vergleich.
© APA

Appell, auch zweiten Termin wahrzunehmen

Im März wurden unter anderem Lehrer und Pädagogen österreichweit mit AstraZeneca erstgeimpft, bei ihnen stehen demnächst die Zweitimpfungen an. "Menschen, die einen Erststich mit AstraZeneca erhalten haben, sollten auf jeden Fall auch den Termin für den Zweitstich wahrnehmen, um die volle Schutzwirkung der Impfung genießen zu können", empfiehlt das Ministerium weiterhin. Das Nationale Impfgremium (NIG) werde sich in der kommenden Woche jedoch auch mit neuen Studiendaten zu einer Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff auseinandersetzen.

Zu den vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) berichteten bisher 80 Covid-Erkrankungen unter bereits Vollimmunisierten sieht das Gesundheitsministerium keinen Anlass zur Beunruhigung bei der insgesamt hohen Wirksamkeit der zugelassenen Impfstoffe. Eine flächendeckende Analyse dieser "Impfdurchbrüche" sei jedoch in Arbeit. Unter anderem wurde die geplante Verknüpfung von Corona-Daten und personenbezogenen Daten damit begründet.

"Primäres Ziel ist die effiziente Nutzung der vorhandenen Daten für ein effektives Pandemiemanagement", erläuterte das Ministerium gegenüber der APA. "Auch bisher wurden bereits pseudonymisierte Daten für Forschungszwecke durch die Covid-19 Datenplattform der Gesundheit Österreich GmbH zur Verfügung gestellt. Dabei werden in einem internationalen Standards entsprechenden Prozess Fragestellungen geprüft und die entsprechenden Daten unter Einhaltung der datenschutzrechtlichen Vorgaben zur Verfügung gestellt", versicherte das Büro von Mückstein. (APA)


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