Präsident des Auschwitz Komitees Roman Kent 92-jährig gestorben

Roman Kent erfuhr als Kind die Grauen des Nazi-Terrors. Nachdem er den Krieg überlebt hatte, engagierte er sich sein Leben lang für Toleranz und gegen Antisemitismus. Nun starb Kent im Alter von 92 Jahren in New York.

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Roman Kent wurde als 16-Jähriger von amerikanischen Soldaten befreit. Später lebte er in den USA.
© Wikimedia/U.S. Department of Agriculture

New York – Roman Kent, Präsident des Internationalen Auschwitz Komitees, ist tot. Der 92-Jährige starb am Freitag in New York. "Auschwitz-Überlebende in aller Welt verabschieden sich mit großer Dankbarkeit und tiefer Wehmut von Roman Kent, der über viele Jahrzehnte ein konsequenter und wortgewaltiger Repräsentant ihrer Erinnerungen und ihres Lebens gewesen ist", würdigte Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, den Verstorbenen.

Kent wurde 1929 im polnischen Lodz als Sohn der jüdischen Familie Kniker geboren. Ende 1939, nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen, wurde die Familie ins Ghetto gebracht, wo Romans Vater 1943 an den Folgen der Unterernährung starb.

Die restliche Familie wurde 1944 nach der Liquidation des Ghettos ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert, wo Roman von seiner Mutter und seinen Schwestern getrennt wurde. Gemeinsam mit seinem Bruder Leon durchlebte Roman weitere Konzentrationslager bis er auf einem Todesmarsch von Flossenbürg nach Dachau als 16-Jähriger von amerikanischen Soldaten befreit wurde. Gemeinsam mit seinem Bruder immigrierte Roman Kent 1946 in die USA, wo er als erfolgreicher Geschäftsmann lebte.

Roman Kent habe sich schon früh für die Gesundheit und das Wohlergehen aller Überlebenden und für die Entschädigung der ehemaligen NS-Zwangsarbeiter engagiert, betonte Heubner. Gemeinsam mit seiner Frau Hannah, die auch eine Auschwitz-Überlebende war, habe sich Kent sein ganzes Leben lang für die Erinnerung, für Toleranz und gegen Antisemitismus engagiert. Seinen letzten Brief habe er an den polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki geschrieben und vor einer Nationalisierung und Monopolisierung der Gedenkstätte gewarnt. Heubner: "Wir werden Roman Kent schmerzlich vermissen." (APA)

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